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IMC Midwives: Hebammen aus Leidenschaft

Arbeits- und Studienalltag in Zeiten von Corona

Die eine ist Studentin, die andere arbeitet schon seit 14 Jahren. Beide Power-Frauen haben eines gemeinsam: Sie sind Hebammen aus Leidenschaft und lieben ihren (künftigen) Beruf, dessen Grundstein an der IMC Fachhochschule Krems gelegt wurde. Sie berichten über ihre Erfahrungen im Studium bzw. aus ihrem Arbeitsalltag in diesen herausfordernden Zeiten.

IMC Studentin Esa Schweiger und IMC Absolventin Samira Sterneder erzählen von ihrem Studien- bzw. Arbeitsalltag in Zeiten von Corona.

IMC Studentin Esa Schweiger und IMC Absolventin Samira Sterneder erzählen von ihrem Studien- bzw. Arbeitsalltag in Zeiten von Corona.

Aus dem Studium: Esa Schweiger

Ich freue mich schon auf viele schöne Geburten

Theresa (Esa) Schweiger ist Hebammenstudentin im vierten Semester an der IMC Fachhochschule Krems. Sie ist seit Beginn ihrer Studienzeit sehr engagiert und betreibt ihren eigenen YouTube-Kanal mit wertvollen Infos rund um das Aufnahmeverfahren, den Studienverlauf und ihre persönlichen Erfahrungen dieses gesundheitswissenschaftlichen Studiengangs. Ihre Pläne für ein Auslandspraktikum in Tansania will die junge angehende Hebamme nicht aufgeben.

„Für mich war die Umstellung auf den Online-Unterricht wirklich ungewohnt, da unser Studium sehr praxisorientiert ist und wir nur selten theoretischen Frontalunterricht haben. Aber unsere Studiengangsleitung und die Organisatoren hinter unserem Studiengang sind sehr engagiert, dass wir so wenig wie möglich versäumen und daher sind die Live-Streams und die Arbeitsaufträge, die wir von den Vortragenden bekommen, eine gute Alternative. Außerdem sind die Lehrveranstaltungen “im Pyjama zuhause” auch mal etwas anderes. Praktische Inhalte, wie das Schneiden von Episiotomien (Dammschnitten) oder Neugeborenen-Reanimation, können aber nicht via Livestream gelehrt werden und müssen, sobald sich die Lage beruhigt hat, nachgeholt werden.”

Das Praktikum in Tansania muss warten

„Zwei meiner Studienkolleginnen und ich hätten für Ende Mai außerdem ein 4-wöchiges Praktikum in einem Krankenhaus in Tansania geplant, doch das ist aufgrund der aktuellen Situation einfach zu riskant. Ich bin allerdings erleichtert, dass wir diese Erfahrung voraussichtlich im fünften Semester nachholen können. Weiters hoffe ich, dass wir unser Pflichtpraktikum im Sommer, welches bei mir im Landesklinikum Melk stattfinden würde, absolvieren können. Doch auch hier müssen wir abwarten, wie es weitergeht. Zuletzt hätte ich in den Osterferien eine freiberufliche Hebamme begleitet, um auch diesen Bereich der Hebammenarbeit kennenzulernen, doch die Hebamme musste mir letztendlich absagen, weil jede zusätzliche Person bei Hausbesuchen und Geburten ein Risiko darstellt und man ein solches Risiko bei Neugeborenen einfach nicht eingehen will,” berichtet die junge Niederösterreicherin.

„Somit genieße ich die neu gewonnene Zeit mit meiner Familie und freue mich schon auf die vielen schönen Geburten, die ich nach dieser Krisenzeit begleiten werde,” zeigt sich Esa optimistisch.

Tipps zum Vorbereiten für das Aufnahmeverfahren

Obwohl die Bewerbungsfrist für das kommende Studienjahr schon abgelaufen ist, können sich Interessierte jetzt schon im Detail für den Studienstart in 2021 informieren. Jene, denen der gesundheitswissenschaftliche Eignungstest noch bevorsteht, können sich die Videos von Hebammen-Studentin Esa Schweiger mit Tipps zum Aufnahmeverfahren und vielen Highlights aus dem Studienalltag ansehen.

Zum YouTube-Kanal

Aus dem Arbeitsalltag: Absolventin Samira Sterneder

Ich bin glücklich, wenn das Haus voller Kinder ist

Samira Sterneder war eine der ersten Hebammen im Jahr 2009 deren Ausbildung mit dem akademischen Grad “Bachelor of Science in Health Studies” abschloss. Sie wohnt mit ihrer Familie, ihrem Mann und ihren beiden Kindern (6 und 8 Jahre) in Furth bei Göttweig in Niederösterreich. Über sich selbst sagt sie, dass sie ein Familienmensch sei und sehr gerne Freunde und Familie um sich hat und dass sie glücklich sei, wenn das Haus – hoffentlich bald wieder - voller Kinder ist. Genauso wie Kinder, liebt sie ihren Beruf. Die Motivation und Kraft bekommt sie aus ihrer Familie, ihren Freunden und aus ihren Yoga-Einheiten.

Unsichere Zeiten für alle Beteiligten

„In dieser Zeit, vor allem am Beginn dieser Krise, war sehr viel Unsicherheit und auch Angst vor dem „Was wird noch kommen?“ spürbar. Männer dürfen im Krankenhaus im Wochenbett ihre Frauen nicht mehr besuchen und unterstützen. Frauen müssen sich sicher fühlen, um gebären zu können, genau diese Sicherheit fehlt aber vielen Schwangeren jetzt. Oft haben sie Angst vor der Geburtssituation (darf der Mann überhaupt mitkommen?), dem Wochenbett „allein“ im Krankenhaus, oder sie möchten ambulant nachhause gehen und fragen sich, ob sie überhaupt noch eine nachbetreuende Hebamme finden. Ich denke es ist gerade eine sehr herausfordernde Zeit für Schwangere, umso wichtiger wäre es für jede Frau, eine vertraute Hebamme an der Seite zu haben.”

Große Herausforderungen in der Hebammenbetreuung

„Die Herausforderung der aktuellen Hebammenbetreuung ist der fehlende direkte (Körper-) Kontakt mit den Schwangeren. Hebammengespräche dürfen momentan nur online oder per Telefon erfolgen, wobei jedoch sehr viel verloren geht. Für die Geburtssituation ist die Zeit ohne den werdenden Vater, z.B. bei Blasensprung ohne Wehen oder einer Einleitung, für nahezu alle Frauen eine große Belastung. Im Wochenbett dürfen nur dringende Besuche erfolgen, alles Weitere muss wieder ohne direkten Kontakt geklärt werden, trotzdem wäre manchmal ein „In den Arm nehmen“ der Mutter sehr wichtig. Wir hoffen sehr, dass auch in der Schwangerschaft bald wieder ein direkter Kontakt stattfinden kann,” erzählt die erfahrene Hebamme.

Tipp für die Studierenden

Folgt eurem Gefühl, setzt euch für die Schwangeren und Gebärenden ein und seid euch bewusst, wie bedeutsam euer zukünftiger Beruf ist.

Mein schönstes Erlebnis

Puh... da gibt’s so viele: Möglicherweise die Betreuung einer Flüchtlingsfamilie während der Geburt, von der ich so viel Dankbarkeit geschenkt bekommen habe.

Wesentliche Eigenschaften für den Hebammenberuf

Intuition, Eigenständigkeit, Empathie und die Fähigkeit, mit wenig Schlaf auszukommen.