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Ein IMC Bachelor auf internationalem Forschungsparkett

Best of theses: Vorstellung herausragender Abschlussarbeiten

Helene Stütz ist Absolventin des Bachelor-Studiengangs Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie der IMC FH Krems. Im Rahmen ihres Praktikums an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada, hat sie an einer verbesserten Methode der Herstellung von Mikropartikeln für die biomedizinische Anwendung geforscht. Dadurch ist ein weiterer Schritt in der Bildgebung der Durchblutung der Lunge gesetzt worden, die bei Lungenerkrankungen ausschlaggebend ist. Im Zuge ihrer Forschungsarbeit hat sie nun ihre erste Publikation im Journal ACS Biomaterials Science & Engineering veröffentlicht. Im Gespräch erzählt sie von ihrer Arbeit im Labor, ihrer Ausbildung und von besonderen Momenten in der Forschung. 

Helene Stütz ist Absolventin des Bachelor-Studiengangs Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie der IMC FH Krems. Im Zuge ihrer Forschungsarbeit in ihrem Praktikum an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada hat die Jungforscherin ihre erste Publikation veröffentlicht.

Wie entstand deine Begeisterung für dein Forschungsthema? 

Während des Bachelor-Studiums an der IMC FH Krems hörte ich in einer Physik-Vorlesung von Partikeln, die zur gezielten Wirkstoff-Freisetzung im Körper eingesetzt werden. Da wusste ich, dass ich an solchen Partikeln forschen möchte und fand auch gleich einen passenden Laborplatz an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada. 

Was war das Ziel deiner Bachelor-Arbeit und zu welchen Ergebnissen bist du gekommen?

Ich wollte an einer verbesserten Methode der Herstellung von Mikropartikeln für die biomedizinische Anwendung forschen. Diese Partikel können zum Beispiel in Lungenscans verwendet werden, um vorhandene Thromben zu identifizieren und zu lokalisieren. Es war mir möglich, durch intensive Recherche, monatelange Laborarbeit und einen Funken Glück dann genau diese Partikel herzustellen, radioaktiv zu labeln und die Anwendung der Partikel mittels einer Mausstudie zu bestätigen.

Wie kann man sich deine Forschungsarbeit im Praktikum und im Labor vorstellen? 

Während meiner Zeit an der UBC beschäftigte ich mich im Detail mit Mikropartikeln, die mit einem bestimmten Verfahren, Microfluidics, hergestellt werden. Mit dieser Methode können die Größe und Größenverteilung der Partikel genau gesteuert werden. Die Mikropartikel bestehend aus Protein, wurden auf einem Microfluidics-Chip erzeugt und erhitzt und dadurch denaturiert, was bewirkt, dass die Partikel genau diese Form beibehalten, die sie auf dem Chip einnehmen. Die so erzeugten Partikel können nun radioaktiv gelabelt und für diagnostische Zwecke eingesetzt werden, zum Beispiel zur Bildgebung der Lungendurchblutung. 

Es ist nicht selbstverständlich, Ergebnisse einer Bachelor-Arbeit in einem internationalen Journal zu publizieren. Wie gelang dieser Schritt?

Als mein Supervisor an der UBC von meinem Fortschritt in der Partikelforschung erfuhr, war er begeistert und hat mit mir einen „Fahrplan“ zur Publikation ausgearbeitet, an dem ich mich die letzten beiden Monate orientiert habe. Als unsere abschließende Mausstudie erfolgreich war und die erwarteten Ergebnisse erzielt wurden, war klar, dass wir versuchen werden, diese Forschungsergebnisse mit der Fachwelt zu teilen und eine Publikation zu verfassen. Nach einigen Monaten bekamen wir dann die Zusage und unsere Publikation wurde im Journal ACS Biomaterials Science & Engineering veröffentlicht. 

Was macht dieses Forschungsprojekt so einzigartig? 

Das Besondere an unseren Partikeln ist einerseits die hohe Qualität, gemessen an der relativ kleinen Standardabweichung der Größenverteilung der Partikel verglichen zu anderen Herstellungsmethoden, und andererseits die hohe Flexibilität des Systems selbst, da hier der Kreativität wenig Grenzen gesetzt werden. Außerdem können die Partikel nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur gezielten Wirkstoffverteilung im Körper eingesetzt werden, wo die Partikel als Träger für Medikamente dienen. 

Welcher Moment im Rahmen deiner Forschungstätigkeit ist dir besonders in Erinnerung geblieben?  

Während meiner sieben Monate in Vancouver gab es viele emotionale Momente, sowohl Freude bei Erfolgen als auch Enttäuschung, wenn ein Versuch falschlief. Der mit Abstand bewegendste Moment war, als ich die Microfluidics-Chips, die ich selbst hergestellt hatte, zum ersten Mal so weit zum Laufen brachte, dass ich Mikropartikel produzieren konnte. Da führte ich in meinem Labor einen Freudentanz auf!

Du hast dein Bachelor-Studium für Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie an der IMC FH Krems absolviert. Was war deine Motivation für dieses Studium?

Mein Interesse an Naturwissenschaft war schon immer sehr groß und ein Studium, das medizinisches, pharmazeutisches und biotechnologisches Wissen vereint, war genau das Richtige für mich. Ich kann dieses Studium an der IMC FH Krems nur jedem und jeder empfehlen und wage zu behaupten, dass es eine meiner besten Entscheidungen war. 

Über Helene Stütz, BSc.

Helene Stütz hat ihren Bachelor in Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie an der IMC FH Krems abgeschlossen. Ihre Praktika hat sie an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und an der University of British Columbia (UBC), Vancouver, absolviert. Bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) in Wien, konnte sie bereits erste Berufserfahrung sammeln. Derzeit studiert sie an der FH Campus Wien Molekulare Biotechnologie. 2020 wurde sie für ihre hervorragende Forschungsarbeit mit dem Young Pharma Award ausgezeichnet. Die 24-Jährige zählt damit zu den innovativsten Nachwuchsforscherinnen der österreichischen Pharmabranche.