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Presse #Forschung#Gesundheit

Pflegende Angehörige in Zeiten der COVID-19 Krise

Das Forschungsprojekt TOPIC an der IMC FH Krems macht die wertvolle Arbeit von pflegenden Angehörigen und ihren Alltag sichtbar. 

Die aktuelle Situation rund um COVID-19 macht deutlich, dass die Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen nicht durch das Gesundheitssystem allein getragen werden kann. Die Abnahme von Betreuungs- und Pflegetätigkeiten durch pflegende Angehörige ist gefragter denn je. Im Forschungsprojekt zur Betätigungsbalance von pflegenden Angehörigen (The Occupational Balance Project of Informal Caregivers, TOPIC) an der IMC Fachhochschule Krems untersuchen Prof. (FH) Mona Dür, PhD, MSc, und ihr Team der Angewandten Gesundheitswissenschaften den Alltag und die Gesundheit von pflegenden Angehörigen. TOPIC wird von dem Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds gefördert und erfolgt in Kooperation mit verschiedenen Partnerinnen und Partner aus dem universitären Bereich, Gesundheits-, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Selbsthilfe- und Angehörigengruppen.

Sichtbarmachung der wertvollen Arbeit von pflegenden Angehörigen durch Forschungsprojekt TOPIC der IMC FH Krems

TOPIC macht auf den Alltag von pflegenden Angehörigen aufmerksam 

Die Auswirkungen der COVID-19 Krise betrifft alle. Die massiven Veränderungen bei der Ausführung unserer gewohnten Tätigkeiten und den Tätigkeiten des täglichen Lebens geht mit einer Einschränkung unserer Betätigungsbalance einher. Die Betätigungsbalance hängt mit der Gesundheit zusammen und ist eine positiv erlebte Mischung von verschiedenen Tätigkeiten. Die Aufrechterhaltung, Förderung und Wiederherstellung der Betätigungsbalance ist ein zentrales Ziel der ergotherapeutischen Behandlung und Beratung. Die COVID-19 Krise und die damit einhergehenden Restriktionen führt teilweise zu einem Anstieg an häuslicher Pflege. Ältere Menschen sollen ihr zuhause nicht mehr verlassen und benötigen daher Versorgung von ihren Angehörigen. Die mögliche Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen durch NachbarInnen und freiwilligen HelferInnen ist durch die derzeitigen Gegebenheiten ebenfalls nicht möglich. Daher sind pflegende Angehörige derzeit besonders stark von einer Veränderung Ihrer Betätigungsbalance betroffen. Ihr Alltag dreht sich hauptsächlich um die Pflege und Betreuung ihrer Angehörigen. Dadurch bleibt kaum Zeit für andere bedeutungsvolle Tätigkeiten, wie beispielsweise einem Spaziergang zum Ausgleich. Zudem können viele Tätigkeiten aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus momentan nicht mehr in gewohnter Form, manche nur eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden. „Allerdings ist es besonders in Zeiten wie diesen von großer Bedeutung, auf eine Mischung von verschiedenen Tätigkeiten, die für eine Person wichtig sind, zu achten. Hierfür ist es notwendig, wichtige Tätigkeiten weiterhin durchführen zu können oder neue, wichtige Tätigkeiten zu finden“, so die Projektleiterin Mona Dür

Vielversprechende Projektergebnisse

Im Forschungsprojekt TOPIC werden die Betätigungsbalance sowie die subjektiv erlebte Gesundheit von pflegenden Angehörigen systematisch erfasst und mögliche Zusammenhänge beschrieben. Dies ermöglicht ein umfassendes Verständnis über die Belastungen und deren Auswirkungen auf die Betätigungsbalance und die subjektive Gesundheit von pflegenden Angehörigen. Die Ergebnisse können in Folge für die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten und (ergotherapeutischen) Interventionen zur Gesundheitsversorgung von pflegenden Angehörigen herangezogen werden.

Jede Stimme zählt

Trotz der eingeschränkten Zeitressourcen von pflegenden Angehörigen spielt die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien eine große Rolle, um Unterstützungsangebote und Interventionen auf die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen anpassen zu können. Pflegende Angehörige sind dazu eingeladen, am Forschungsprojekt TOPIC teilzunehmen, indem sie Fragen zu ihrem Pflegeaufwand, ihrer Betätigungsbalance und gesundheitsrelevanten Faktoren beantworten. Die Teilnahme ist online unter https://ww2.unipark.de/uc/TOPIC/ möglich.