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RNA Interferenz als Methode zur Inhibierung von Virusinfektionen

Department of Life Sciences


Projektbeschreibung

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie zum Beispiel HIV-positive Patienten oder Empfänger von Organtransplantaten aber vor allem Empfänger von hämatopoetischen Stammzellen haben ein hohes Risiko an lebensbedrohlichen Adenovirusinfektionen zu erkranken. Die Wirksamkeit von üblicherweise verabreichten Medikamenten ist limitiert und diese rufen häufig toxische Nebenwirkungen hervor. Alternative Medikamente befinden sich erst in der Testphase. Aufgrund der Tatsache dass die Anzahl an Empfängern von Organtransplantaten und hämatopoetischen Stammzellen ständig im Steigen begriffen ist, ist die Entwicklung alternativer Therapieoptionen vonnöten.

 

Short interfering RNAs (siRNAs) und artifizielle mikroRNAs (amiRNAs) sind eine Klasse artifizieller RNAs, die zur Inaktivierung zellulärer und viraler Gene über den Mechanismus der RNA-Interferenz (RNAi) herangezogen werden können. In einem von den Forschern um Dr. Reinhard Klein durchgeführten Vorläuferprojekt konnten hochwirksame siRNAs und amiRNAs, die in den Prozess der adenoviralen DNA Replikation eingreifen, entwickelt werden. Diese RNAs waren in der Lage, die Vermehrung von Adenoviren in Zellkulturen effizient zu inhibieren.

 

Im Zuge dieses Projekts soll untersucht werden, ob Adenovirusinfektionen mittels dieser RNAs auch in vivo inhibiert werden können, und welche Art der RNA-Interferenz (mittels siRNAs oder amiRNAs) die wirksamere Methode darstellt. Dies soll anhand eines Tiermodells mit Syrischen Hamstern, in dem Infektionen immundefizienter Patienten mit humanen Adenoviren nachgestellt werden können, gezeigt werden. Einer der beiden strategischen Ansätze soll auch dazu führen, dass die anti-adenoviralen RNAs spezifisch in mit Adenoviren infizierten Zellen vermehrt werden und auch in Nachbarzellen in der Folge vermehrt produziert werden. Auf diese Art soll der unkontrollierten Ausbreitung des Virus im Gewebe entgegengewirkt werden.

 

Das Projekt wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert.


  • Weitere Informationen
  • Status: Laufend
  • Projekt ID : 807
  • Fördergeber :

    Bund