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Projekt SMARAGD macht Gesundheitsdaten schneller abrufbar

Gesundheitsdaten spielen eine wichtige Rolle für die kompetente Behandlung von PatientInnen, doch eine Überfülle an Daten kann rasch zum Problem werden. Das hochkarätige Projektkonsortium aus Wissenschaft und Forschung, unter der Leitung von Prof. (FH) Mona Dür, PhD, MSc, der IMC Fachhochschule Krems, bündelt seine breit gefächerten Kernkompetenzen im innovativen FFG-Projekt Smart Aggregation and Visualisation of Health Data (SMARAGD), um Komponenten für eine intelligente Aggregation und Visualisierung von PatientInnendaten zu entwickeln und damit ErgotherapeutInnen und PhysiotherapeutInnen zu entlasten.

Das Dokumentieren, Abrufen und Extrahieren von Informationen über PatientInnen erhöht die Belastung der ArbeitnehmerInnen im österreichischen Gesundheitssystem signifikant. Durch administrative Verpflichtungen wird die Erfüllung von Kernaufgaben des Gesundheitspersonals, wie beispielsweise von ErgotherapeutInnen und PhysiotherapeutInnen, zunehmend erschwert. Ein Beispiel aus dem Alltag eines Krankenhauses:  Ein Patient hat eine Gelenkserkrankung und wurde am Daumengrundgelenk operiert. Er leidet außerdem an Diabetes und Bluthochdruck. Die Wundheilung verläuft langsamer als sonst. Die Therapeutin öffnet die elektronische Gesundheitsakte am PC und beginnt nach relevanten Informationen, wie den Operationsbericht sowie Röntgen-, und Schmerzbefunde zu suchen, um Auskünfte über die Schwellung und die Wundheilung zu finden. Durch das Suchen und Finden der einzelnen Dokumente und das Filtern der relevanten Informationen verstreicht viel Zeit. Die verschiedenen Therapieberufe sind gefordert, sich aus der Vielzahl an vorhandenen Daten ein Gesamtbild über den Gesundheitsstatus ihrer PatientInnen zu machen und das Wissen zu generieren, das die Grundlage ihres therapeutischen Handelns ist. 

Den Datendschungel entwirren  

Die ExpertInnengruppe, die sich aus WissenschafterInnen mehreren Forschungseinrichtungen zusammensetzt, möchte dem Datendschungel mit SMARAGD ein Ende bereiten. Das übergeordnete Ziel ist die Unterstützung und Entlastung der Gesundheitsberufe durch eine intelligente Aggregation und Visualisierung von Daten und Informationen aus elektronischen Gesundheitsdaten von PatientInnen. Eine intelligente Aggregation und Visualisierung handlungsspezifisch relevanter Daten kann eine rasche und professionsrelevante Generierung von Wissen über PatientInnen ermöglichen, das Treffen von komplexen Therapieentscheidungen unterstützen und eine Grundlage für das weitere therapeutische Handeln bilden.  Dadurch wird der vermehrte Einsatz von Kernkompetenzen in Gesundheitsberufen forcieren. „Dies führt insgesamt betrachtet zu einer qualitativen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in verschiedenen Gesundheitsberufen indem Zeitdruck und Arbeitsbelastungen bei gleichzeitiger Fokussierung auf die Behandlungsqualität wesentlich reduziert werden.“, so die Gesamtprojektleiterin Mona Dür

Großes Potenzial für Projekt-Ergebnisse 

Da es bisher keine intelligente Aggregation und Visualisierung von elektronischen Gesundheitsdaten für ErgotherapeutInnen und PhysiotherapeutInnen gibt, sind die Projektergebnisse weltweit relevant für AnbieterInnen von Krankenhausinformationssystemen, BetreiberInnen von Gesundheitseinrichtungen, dokumentationspflichtige TherapeutInnen und NutzerInnen von elektronischen Gesundheitsdaten. Die Ergebnisse können von den verschiedenen Einrichtungen aufgegriffen und bei deren Weiterentwicklung berücksichtigt werden.

Multiprofessionelles Forschungsteam

Das Projektteam besteht aus ExpertInnen der Gesundheitswissenschaften, Professionssoziologie, Arbeitspsychologie, Informatik und der Rechtswissenschaften. Das Projekt SMARAGD wird von der IMC Fachhochschule Krems geleitet und erfolgt in Kooperation mit der SYNYO GmbH, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Johannes Kepler Universität Linz, der Medizinischen Universität Graz, der Know-Center GmbH und der Universität Wien. Teilfinanziert wird dieses Projekt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

Mehr Informationen zum Projekt SMARAGD: www.smaragdprojekt.at