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Presse#Life Sciences

Knappe Ressourcen als Chance für Forschung und Umwelt

"REEGain" ist ein Kooperationsprojekt mehrere Institutionen.

Gemeinsam mit der tschechischen Akademie der Wissenschaften, der Donau-Universität Krems und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems führt die IMC FH Krems das Interreg-Projekt „Nachhaltiges biologisches Recycling von umweltbedenklichen Stoffen aus Elektronikabfall und Abwässern“ durch.

REEGain

"REEGain" ist ein innovatives Forschungsprojekt an dem auch die IMC FH Krems beteiligt ist.

Dabei geht es darum seltene Erden (Rare Earth Elements) wie beispielsweise Lanthanum, Neodymium oder Dysprosium, die bei der Herstellung von Micro-Chips verwendet werden, rückzugewinnen. „Sie sind zwar nur in Spuren vorhanden, aber, wenn man sich anschaut, wieviel Chips es gibt, dann ist es insgesamt gesehen schon eine Menge“, erklärt DI Dominik Schild vom Department of Life Sciences der IMC FH Krems.

Momentan werden diese seltenen Erden im Tagebau abgebaut. Das passiert zu 80% in China, weniger Umweltvorschriften als in Europa machen es möglich. „Das was Tagebau hinterlässt schaut nicht schön aus“, so Dominik Schild. Außerdem würden immer größere Flächen Land umgegraben werden müssen, um noch mehr Output zu haben. Recycling gibt es bis dato nicht in wirtschaftlich bedeutsamer Menge, da die aktuellen Rückgewinnungsmethoden sich nicht rentieren.

Neue Technik ohne Rückstände 

„In Vorarbeiten mit der tschechischen Akademie der Wissenschaften haben wir festgestellt, dass, wenn man diese Elemente in einer Flüssigkeit löst, sie von bestimmten Organismen bevorzugt aufgenommen werden. Die tschechischen Partner arbeiten hier vor allem mit verschiedenen Grünalgen, wir haben uns auf extremophile Mikrooarganismen und Co-Kulturen spezialisiert“, erklärt Prof.(FH) Mag. Dana Mezricky vom Institut für Biotechnologie der IMC FH Krems.

„Die Idee war, wir besorgen uns diesen Staub, die so genannten Luminophoren und probieren aus, wie die Organismen arbeiten. Die Frage war dann auch, landet es außen an der Zelle oder in der Zelle und welche Organismen unter welchen Bedingungen nehmen das besonders gut auf“, ergänzt Projektassistenz Dr. Doris Ripper.

So wurde ein neues System etabliert. Normalerweise wird in der Biotechnologie versucht mit echten Monokulturen zu arbeiten und das ganz sauber zu halten. Im aktuellen Projekt wird aber mit mehreren Organismen, die bestimmte Eigenschaften haben und kooperieren, gearbeitet. Das begründet Dominik Schild so: „In unwirklichen Gegenden überleben Organismen nur in Gruppen. Beispielsweise, ein Organismus beginnt etwas zu produzieren, wenn er Wasser bekommt und das aktiviert dann den nächsten Organismus und so weiter. So können sie auch in Gegenden, wo es 70 Grad im Schatten hat und einmal im Jahr regnet überleben.“

Zudem werden für das Auflösen der Luminophoren niedrige PH-Werte benötigt. Normalerweise muss man den pH-Wert aber neutralisieren, weil Organismen nur bei neutralem pH-Wert wachsen. Die Organismen, die nun zum Einsatz kommen, überleben bei den niedrigen pH-Werten - zwar nicht alleine, aber als Konsortium.

„Wir holen uns diese seltenen Erden auf biologischem Weg zurück, der Vorteil ist, man kann es sogar ein bisschen aufsplitten, ich kann schon vorbestimmen, welche wann wo auftauchen werden. Die Rückstände sind Biomasse und damit biologisch abbaubar“, führt Schild weiter aus.

Ein Projekt, vier Institutionen

Die Tschechische Akademie der Wissenschaften und die IMC FH Krems sind dafür zuständig, die Organismen, die die Elemente aufnehmen, zu identifizieren und weiterzupflegen. Die Donau-Universität Krems splittet die Organismen auf und die Karl Landsteiner Universität arbeitet viel im Analytikbereich und in der Identifikation der Mikroorganismen. Das komplette Projekt wird von Interreg gefördert. Es ist auf vier Jahre angelegt.

Regionale Wertschätzung

Das Projekt soll natürlich auch für die Region etwas bringen, daher wird mit Unternehmen der Müll- und Abfallaufarbeitung zusammengearbeitet. Es geht nämlich auch darum, sicherzustellen, dass die entwickelte Technik dann auch für Unternehmen im größeren Stil umsetzbar ist. Besonders gut kommt dabei an, dass es nicht nur eine Technologie ist, die entsorgt, sondern eine, die auch wiederverwertet.

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