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IMC-Forschungsprojekt gewinnt Nachhaltigkeits-Wettbewerb

Der Sustainability Award 2022, ein österreichweiter Wettbewerb für Hochschulen im Bereich Nachhaltigkeit, geht in der Kategorie Forschung an die IMC Fachhochschule Krems.

Porträt von Martin Polaschek, Doris Ripper, Wadih Rassy, Dominik Schild und Leonore Gewessler

Bundesminister Martin Polaschek, Doris Ripper, Wadih Rassy, Dominik Schild (Forscherteam der IMC FH Krems) und Bundesministerin Leonore Gewessler bei der Verleihung des Sustainability Awards 2022.

Um Nachhaltigkeitsprozesse in der österreichischen Hochschullandschaft zu fördern und bekannter zu machen, wird seit 2008 der Sustainability Award als gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Klimaschutz und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung verliehen. Der Award in der Kategorie Forschung ging an das Forscherteam der IMC Fachhochschule Krems für das Projekt „REEgain – nachhaltiges biologisches Recycling von umweltbedenklichen Stoffen (Rare Earth Elements) aus Elektronikabfall und Abwässern“. Die Auszeichnung wurde von Bundesministerin Leonore Gewessler und Bundesminister Martin Polaschek am 13. Juni 2022 im Technischen Museum Wien verliehen.
„Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt ein solches Echo gefunden hat und sogar mit dem Sustainability Award ausgezeichnet wurde. Wir stehen noch in den Startlöchern und hoffen, dass wir auch in Zukunft mit unserem Nachhaltigkeitsansatz präsent bleiben können, um einen positiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, so Projektleiter Dominik Schild.
„Ich gratuliere Dominik Schild und dem gesamten Forscherteam ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg. Viele unserer Hochschulziele sind im Bereich des nachhaltigen Handelns angesiedelt, daher ist diese Auszeichnung eine besondere Ehre“, bekräftigt auch Mag. Ulrike Prommer, Geschäftsführerin der IMC FH Krems.

Neue Recyclingmethode für Seltene Erden erforscht

Seltene Erden werden in elektronischen Geräten wie Smartphones, Computern oder Energiesparlampen eingesetzt. Deren Verfügbarkeit ist jedoch beschränkt und bislang wird an umweltfreundlichen Recycling-Methoden geforscht – wie auch im internationalen Projekt REEgain der IMC FH Krems. Ziel des Projekts ist es, Seltene Erden ganz ohne Umweltschäden mithilfe von Bakterien und Algen aus Elektronikschrott zu recyclen. Durch diesen Prozess entstehen daher keinerlei neue Belastungen. 
Von der neuen Technologie sollen regionale Unternehmen profitieren. Diese Novität stellt für Unternehmen eine neue Möglichkeit dar, Metallrückstände nicht nur nachhaltig zu entsorgen, sondern sie stattdessen rückzugewinnen und wiederverkaufen bzw. verarbeiten zu können. Ermöglicht wird das Pionier-Projekt durch eine Förderung der EU im Rahmen des Programms „Interreg Österreich – Tschechische Republik“ aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“(EFRE). „Ohne die Finanzierung durch Interreg AT CZ wäre das Projekt nicht möglich gewesen – dafür wollen wir uns herzlich bedanken“, so Dominik Schild.

Bio-Recycling 

Das REEgain-Projekt setzt im Gegensatz zu harten Chemiekeulen auf lebendige Organismen, um Reststoffe zu verwerten. „Dieser biologische Weg des Recyclings beruht auf der Fähigkeit von Mikroorganismen, Seltene Erden aus ihrer Umgebung aufzunehmen. Hierzu wird der Elektronikschrott ausgelöst und diese wässrige Lösung der Fermentation von Bakterien, Pilzen oder Algen zugefügt. Diese können die Seltenen Erden nun aufnehmen, während sie zu großer Zelldichte heranwachsen. Danach wird die so gewonnene Biomasse fraktioniert, das heißt die Zellen werden aufgebrochen und die erhaltenen Bruchstücke und Zellinhalte aufgetrennt“, erklärt Projektleiter Dominik Schild. Die komplexen Aufgaben wurden unter den Projektpartnern aufgeteilt. Am Projekt sind neben der IMC FH Krems die Tschechische Akademie der Wissenschaften in Třeboň, die Donau-Universität Krems und die Karl Landsteiner Privatuniversität beteiligt.  

Über den Award

Der Österreichische Sustainability Award ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und wurde 2007 ins Leben gerufen, um Bewusstsein für Nachhaltigkeitsprozesse an österreichischen Hochschulen zu schaffen bzw. zu steigern. Die vielfältigen eingereichten Projekte leisten Beiträge zu ökologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Aspekten von Nachhaltigkeit und tragen insgesamt zur Erreichung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 bei. Die österreichweite Verleihung des Sustainability Awards findet seit 2008 alle zwei Jahre statt und holt Pionierprojekte der Nachhaltigkeit vor den Vorhang. Der Award wird vom FORUM Umweltbildung, einer wichtigen Anlaufstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung in Österreich, organisatorisch betreut. Eine interdisziplinäre Jury aus Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten aus Wissenschaft und Forschung, Kultur und Medien wählt die Gewinnerinnen und Gewinner in insgesamt acht Kategorien aus.