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Vortrag: "The neuroscience behind bad decisions"

IMC FH Krems Alumni Johannes Passecker hielt einen Gastvortrag am Department of Life Sciences.

Johannes Passecker, PhD ist als Research Scientist an der Columbia Universität in New York tätig, dort forscht er nach neuronalen Netzwerken, die neurologischen Erkrankungen zugrunde liegen.

Johannes - Passecker - Vortrag

Studiengangsleiter Dr. Harald Hundsberger, Dr. Dr. Barbara Entler, Johannes Passecker, PhD und sein ehemaligen Studiengangsleiter, Dr. Wolfgang Schütt.

Was ist das spannende an Ihrem Forschungsgebiet? 

Johannes Passecker: Ich glaube, ich spreche wahrscheinlich für alle Wissenschaftler - es ist einfach faszinierend die Grenzen unseres Wissens und Verständnisses zu erweitern. Besonders das Gehirn, als komplexestes Organ unseres Körpers, ist unseren künstlich erschaffenen Computerleistungen noch weit an Effizienz voraus. Trotz großartiger Fortschritte in der Neurowissenschaft gibt es viel zu entdecken. Noch viele Antworten sind offen, besonders über die Mechanismen, die zu psychiatrischen Störungen führen. Hier neue Wege zu finden, um die Lebensqualität vieler Menschen zu erhöhen, ist ein toller Ansporn in meiner Arbeit. Aber in aller Fairness, Wissenschaft ist nicht immer nur spannend, Experimente gehören wiederholt und Ergebnisse validiert. Oftmals braucht es viele Experimente für eine neue Entdeckung. Aber das spannende ist das Ziel der neuen Entdeckung und darum gilt in der Wissenschaft wohl das Ziel als der Weg.

Worum geht es konkret und einfach erklärt und was ist das Ziel? 

Meine Forschung dreht sich um die Frage, wie formt unser Gehirn Entscheidungen, und welche Faktoren beeinflussen die Entscheidungsfindung? Im Bezug auf den klinischen Aspekt meiner Forschung – Welche Faktoren beinflussen negativ unsere effiziente Entscheidungsbildung und führen zu Störungen der neuronalen Netzwerke, wie sie bei Patienten mit Depressionen oder Schizophrenie beobachtet und dementsprechend klassifiziert werden. Hinter dieser Klassifizierung stehen verschiedene Symptome, die auf Veränderungen unserer Neuronen im Gehirn zurückzuführen sind. Diese Veraenderungen zu identifizieren und zu verstehen ist das Ziel meiner Arbeit. Als Beispiel, eines meiner derzeitigen Projekte zielt auf die frühe Prävention von spezifischen kognitiven Defizite in der Schizophrenie ab. Hier verwenden wir ein Model das auf einer genetischen Veränderung die Chance von einer Schizophrenie Diagnose um 25% erhöht und damit das bis dato höchste Risiko einer Schizophrenie Diagnose stellt.

Wie kann die Öffentlichkeit bzw. die Menschen davon profitieren? 

Psychische und psychiatrische Störungen sind in unserer Gesellschaft durch alle Altersschichten ein steigendes Problem, welches auf den oft steigenden Druck in vielen Lebenssituationen zurückzuführen ist. Auf der individuellen Ebene sind diese Störungen oftmals nicht immer einfach zu managen. Hier gilt es die Auswirkungen dieser negativen Einflüsse auf unser Gehirn besser zu verstehen, um gezieltere Therapieformen zu finden. Meine derzeitige Arbeit zielt auf die Prävention von spezifischen Symptomen bei Schizophrenie PatientenInnen ab. Aufgrund unserer neuen Erkenntnisse in der Grundlagenforschung testen wir bereits neue Stoffe und hoffen in diesem Zusammenhang auf baldige Therapieerfolge.

 

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