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Story#Life Sciences#Karriere & Entrepreneurship

Von Krems nach Oxford: Nicole Dvorak geht nach Great Britain

An der IMC FH Krems hat sie Medical and Pharmaceutical Biotechnology studiert.

Nicole Dvorak ergreift nach ihrem Bachelor- und Master-Studium an der IMC FH Krems die Chance an der Oxford University ihren PHD zu absolvieren.

Nicole - Dvorak - Bio

Erfolgreiche Biotechnologin: Nicole Dvorak hat ihr Bachelor - und Masterstudium an der IMC FH Krems absolviert. Für ihren PhD geht sie jetzt nach Oxford.

Zuvor hat sie bereits Erfahrungen im Ausland während ihres Praktikums in San Francisco und ihres Forschungssemesters in Brisbane gesammelt. Wir haben mit ihr über diese tolle Chance gesprochen. 

Erzähle uns über deine bisherige Laufbahn – Studium & Praktika, dein spezielles Forschungsinteresse, vielleicht auch außergewöhnliche Forschungsprojekte?

Was genau ich nach der HLW-Matura machen wollte wusste ich zuerst nicht. Medizin hat mich fasziniert, ein Medizin-Studium kam für mich aber nicht in Frage. Lieber wollte ich im Hintergrund an neuen Möglichkeiten Krankheiten zu heilen arbeiten.

Der Bachelor-Studiengang Medical and Pharmaceutical Biotechnology an der IMC FH Krems war da genau das Richtige. Während des vorgesehenen Practical Training Semesters (PTS) an der UCSF in San Francisco habe ich an einer Möglichkeit, die Abstossungsrate einer Nierentransplantation vorherzubestimmen, gearbeitet und meine ersten Schritte in der Forschung gemacht. Danach war ich mir nicht sicher ob ich in der Forschung bleiben wollte oder doch lieber in die Industrie wechseln sollte. Der Master-Studiengang hier hat mir die Möglichkeit gegeben genau das herauszufinden. Während meines Applied Research Semesters (ARTS) an der Queensland University of Technology in Brisbane, habe ich meine Begeisterung für Regenerative Medizin entdeckt. Ich habe dort an dem Design, der Herstellung und der Anwendung einer biologisch abbaubaren Struktur gearbeitet, welche den Regenerationsprozess des Parodontium während einer Parodontitis unterstützen sollte.

Dein Weg führt dich nach Oxford. Was wirst du dort machen?

Ich wollte meine Leidenschaft für Sport und Medizin verbinden. Der nächste Schritt in meiner Laufbahn ist ein PhD in Musculoskeletal Sciences an der Universität von Oxford. Das während dem Applied Reseach Training Semester gesammelte Wissen möchte ich dort anwenden, um tiefer in das Gebiet der regenerativen Medizin zu gehen. Mein Projekt wird darin bestehen die mechanische Mikro-Umgebung von menschlichen Gewebszellen so präzise wie möglich in vitro nachzuahmen. Dafür werde ich an der Entwicklung einer neuartigen Zellkultur-Kammer arbeiten. Diese kann von einem Robotersystem unterstützt, menschliche muskuloskelettale Strukturen und Bewegungen replizieren. Die Idee ist es, physiologische Kräfte auf die lebenden Zellen zu übertragen, um die Entwicklung von Gewebstransplantaten zu verbessern und gleichzeitig das Verständnis über die Bedeutung der mechanischen Stresseinwirkung auf Zellen zu verbessern. Letztendlich könnte damit nicht nur eine Plattform mit dem Potenzial muskuloskelettale Verletzungen wie Sehnenrisse zu behandeln geschaffen werden, sondern auch eine Möglichkeit Tiermodelle für die Entwicklung von neuen Therapien für die Klinik zu reduzieren.

Wie kam es zur Chance nach Oxford zu gehen und wie lange wirst du in Oxford sein?

Das ist eine lustige Geschichte. Nach dem Masterabschluss hielt ich es für eine gute Idee meine Sachen zu packen, einen VW-Bus zu kaufen und damit sechs Monate quer durch Europa zu reisen. Oxford wollte ich mir eigentlich nur ansehen und einmal die gleiche Luft wie all die brillanten Studenten dort schnuppern. Wir sind damals zufällig in das Äquivalent der Langen Nacht der Forschung gestolpert. In einem Museum habe ich mich mit einem Professor über Knochenregeneration unterhalten. Er war total zugänglich und ich habe ihm von meinem Projekt in Brisbane erzählt. Er sagte: „Wenn es dir nichts ausmacht würde ich dir gerne meine Email-Adresse aufschreiben. Solltest du doch an einem PhD interessiert sein, lass es mich wissen. Ein Kollege von mir arbeitet mit sehr ähnlichen Techniken, ich glaube das könnte dir gefallen.” Ich habe mich höflich bedankt und mich verabschiedet, in mich hineinlachend, denn dass ICH es nach Oxford schaffen würde klang lächerlich und unerreichbar.

Drei Monate vergingen, ein anderes PhD-Angebot hatte ich abgelehnt und dachte noch einmal an Oxford. „Was hast du zu verlieren?“, fragte ich mich und kontaktierte den Professor.

Ich wusste, dass meine Noten nicht für mich sprechen würden, meine Freiwilligenarbeit würde mir ein kleines Plus geben, aber damit würde ich nicht die Einzige sein. Womit ich punkten könnte war das Research-Proposal. Drei Seiten hätte es lang sein sollen, es wurden dann doch dreizehn. Dem Supervisor gefiel das und obwohl ich anfangs keinen der Sponsoren überzeugen konnte, lud er mich zum Interview ein. Ich wollte erst nicht hin, wozu denn? Ich würde doch keine Chance haben und leisten konnte ich mir das Studium dort sowieso nicht, aber ich war vom Projekt gefesselt und wen interessiert es nicht zu sehen, wie ein Interview in Oxford aussieht? Also doch für zwei Tage hin.

Vier Tage später kam der Anruf vom Department. Sie boten mir eine 3-jährige PhD-Stelle an und Funding würden wir schon irgendwie aufbringen.

Momentan bist du Projektmitarbeiterin an der IMC FH Krems, woran wird gerade gearbeitet?

Es war noch eine Weile hin bis ich meinen PhD anfangen würde. Die IMC FH Krems bewies wieder einmal ihr Commitment zu ihren Alumni und stellte mich kurzerhand ein. Derzeit bin ich Projektmitarbeiterin bei DI Dominik Schild und unterstütze das Team bei der semi-synthetischen Produktion eines wichtigen Antioxidants in Olivenöl -  Hydroxytyrosol. Dafür werden Bakterien mit einem Stück DNA versehen und in einer Fermentation so kultiviert, dass sie die wichtigsten Ausganssubstanzen des Moleküls bilden. Mit Hilfe von organischer Synthese werden diese dann zu dem endgültigen Stoff verbunden.

Wo siehst du dich in Zukunft?

Das wurde ich beim Bachelor-Interview hier auch gefragt. Meine Antwort bleibt die gleiche. Ich bin kein Fan davon versteift auf ein Ziel hin zu arbeiten. Das versperrt dir den Blick, du weißt im Vorhinein nie wie du dich selbst veränderst, mit wem sich deine Wege kreuzen und welche Türen sich auf deinem Weg öffnen oder schließen. Ich bleibe neugierig und gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Ein Ziel habe ich allerdings, andere Menschen zu inspirieren. Das kann ich mir beispielsweise als Lektorin gut vorstellen.