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Von Kängurus, Therapie und heilenden Klängen

Zum Welttag der Musiktherapie am 1. März gilt es, in Erinnerung zu rufen, was die Musiktherapie alles kann. Behilflich ist dabei Anna Carina Kriechbaum, MSc, Absolventin der IMC Fachhochschule Krems: Die Musiktherapeutin wurde für ihre Master-Arbeit mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet.

#Best of theses: Vorstellung herausragender Abschlussarbeiten: Die Master-Arbeit von Anna Carina Kriechbaum, MSc, wurde mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet. (c) Heinz Madlmair

Die diplomierte Kinderkrankenschwester, die bis heute am Kepleruniversitätsklinikum in Linz tätig ist, hat an der IMC FH Krems sowohl den Bachelor- als auch den Master-Studiengang Musiktherapie berufsbegleitend absolviert. Heute arbeitet sie nicht nur in der Pflege, sondern auch als Musiktherapeutin im Intensiv- und Überwachungsbereich der Neonatologie.

Breiter Nutzen der Musiktherapie 

„Musiktherapie ist ein wissenschaftlich begründetes Therapieangebot, in dem man durch den bewussten und professionellen Einsatz des Mediums Musik mit dem Gegenüber in Kontakt treten und auf eine besondere Art und Weise nonverbal kommunizieren kann“, erklärt Kriechbaum. Der Einsatz der Musiktherapie ist sehr vielfältig und wird je nach Patientin oder Patient und Bereich individuell adaptiert. Es wird zwischen der aktiven und rezeptiven Musiktherapie unterschieden, sie kann im Einzel- oder Gruppensetting stattfinden. In Österreich gehört die Musiktherapie zu den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen und wird an der IMC FH Krems als einziger Fachhochschule unterrichtet. 

„Im Bereich der Neonatologie nütze ich das wertvolle Medium Musik, um mit Eltern und Kindern in einer sehr speziellen, sensiblen und herausfordernden Situation in Kontakt zu treten und einen Rahmen zu bieten, in dem positive Erlebnisse und Erinnerungen erlebt und gesammelt werden können“, beschreibt die Musiktherapeutin ihre Arbeit in der Neonatologie und fährt fort: „Das gemeinsame Känguruhen, also das Haut-auf-Haut- Kuscheln, und Kennenlernen werden musikalisch unterstützt und das kann zur Entspannung von Eltern und Kinder und zusätzlich zur Entwicklungsförderung der Kleinsten beitragen.“
Die Wirkung der Musiktherapie auf Neugeborene ist sehr vielfältig. So werden etwa Stressfaktoren reduziert und die Vitalparameter, wie zum Beispiel Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung verbessert. Messungen der Hirnaktivität (EEG) zeigten im Rahmen der Studie positive Veränderungen durch die Musiktherapie. Frühgeborene und kranke Neugeborene zeigen eine Stabilisierung der Vitalparameter, deutliche Entspannungszeichen bis zu einem reduzierten Sedierungsbedarf und ein verbessertes Trinkverhalten. Doch auch die Eltern profitieren von Musiktherapie. Angst- Stressfaktoren werden durch die Musik und das therapeutische Gespräch reduziert und das gemeinsame Entspannen tritt in den Fokus. Die Beziehung und Bindung zwischen Eltern und Kindern gewinnt und wird positiver wahrgenommen, emotionale Blockaden werden abgebaut. 

Ausgezeichnete Master-Arbeit

Sich musiktherapeutisch um kranke Neugeborene und Frühgeborene zu kümmern, kommt für Kriechbaum nicht ganz von ungefähr – immerhin kann sie auf zwölf Berufsjahre als diplomierte Kinderkrankenschwester verweisen. Durch die Ausbildung an der IMC FH Krems konnte sie beide Leidenschaften verbinden: die Pflege von Kindern und die Musik als therapeutisches Medium. Produkt dieser Kombination ist nicht zuletzt auch die prämierte Master-Arbeit „Analyse physiologischer und elektroencephalographischer Parameter von Frühgeborenen während des Känguruhens in der Musiktherapie unter Einbezug der elterlichen Perspektiven. Ein Mixed-Methods-Pilotprojekt auf der Neonatologie“. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zeichnet mit dem Würdigungspreis studentische Spitzenleistungen aus. 

Mit der Arbeit von Anna Carina Kriechbaum wurde die Bedeutung der Musiktherapie im Bereich der Neonatologie für Eltern und Kinder deutlich sowie die Zweckmäßigkeit und weitere Forcierung des Einsatzes im Klinikum bestätigt. Längerfristig soll die Entwicklungsförderung und Betreuung von Frühgeborenen optimiert werden. Kriechbaum konnte in ihrer Arbeit sowohl nachweisen, dass die Vitalparameter der Neugeborenen durch Musik stabilisiert wurden, als auch die Eltern zunehmend entspannten, sodass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern nachhaltig gestärkt werden konnte. 
Die Master-Arbeit von Kriechbaum, für die sie quantitative Daten in Form von Messungen der Herzfrequenz, der Sauerstoffsättigung und der Hirnaktivität (EEG) erhoben und deskriptiv ausgewertet hat, öffnet zahlreiche Aspekte für weiterführende Forschungen mit großem Potenzial. Die Studie wird im Juni beim Musiktherapie Europkongress in Edingburgh präsentiert. Eine Publikation der Arbeit ist geplant.

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