Logo IMC Fachhochschule Krems

News #Gesundheit#Wirtschaft#Forschung

Studie zu Diversität und Sozialer Verantwortlichkeit

Neue Employer Branding Studie bringt auch für den Pflegebereich wichtige Erkenntnisse.

Prof. (FH) Mag. Dr. Martin Waiguny und Prof. (FH) Denise Kleiss, MSc., MBA, B.A. haben den Beitrag „Diversität und Soziale Verantwortlichkeit in Employer Branding: Flagge zeigen mit Akkreditierungslabels?“ in Pflege Professionell publiziert.

Co-Working-Studie

Studie zum Employer Branding: Spezielle Auszeichnungen von Unternehmen hinsichtlich sozialer Verantwortlichkeit, Diversität und CSR wirken sich positiv auf Stellenausschreibungen aus.

Darin werden Einblicke in eine Studie zum Employer Branding, bei der es um die Auswirkung von Gütesiegeln auf Stellenbeschreibungen geht, vorgestellt. 

Umkämpfter Bewerbermarkt

Talente erreichen, entwickeln und halten ist eine der zentralen Aufgaben im heutigen Personalmanagement. Und wie jeder andere Markt ist auch der der Arbeitskräfte sowohl für die zu Beschäftigenden wie auch für die Unternehmen hochkompetitiv. So zeigen Studien, dass 38% der Unternehmen Probleme mit dem Rekrutieren von Personal haben und über 45% der Unternehmen berichten von einem Mangel an geeigneten Arbeitskräften (Manpower 2015). 
Gerade im Pflegebereich ist dieser Mangel noch wesentlich ausgeprägter, was sich in unterschiedlichsten Policy Entscheidungen sowohl von Politik, Ausbildung aber auch Unternehmen zeigt (Marć et al. 2019), denn die Auswirkungen auf die medizinische Versorgungskapazität wird immer offensichtlicher (Karagiannidis 2017). Ansatzpunkte, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind auf allen Ebenen von Politik, Ausbildung, Bezahlung und Arbeitskonditionen anzusetzen. Ein wesentlicher Hebel für einzelne Häuser kann der Aufbau einer starken Employerbrand sein.
Für die junge Generation spielen im Bewerbungsprozess ethische Werte und soziale Verantwortlichkeit von Unternehmen eine wichtige Rolle. Daher wurde in der Studie untersucht inwieweit sich das Vorhandensein von Hinweisen auf soziale Verantwortung und hier insbesondere hinsichtlich der Diversität auf die Wahrnehmung von Employerbrands auswirken. Im Zusammenhang mit diesen Außenwahrnehmungen haben sich in den letzten Jahren auch zunehmend Akkreditierungen und Gütesiegel etabliert, die auf kurzem Weg das Engagement der Unternehmen zeigen sollen. Daher wurde weiters untersucht, inwieweit sich das Vorhandensein von solchen Gütesiegeln, die einerseits Diversität und andererseits ökologische Verantwortung zeigen, auf die Beurteilung von Jobangeboten auswirkt.

Vorteile für den Pflegebereich

Die Studie ergab, dass es für das Employer Branding definitiv von Vorteil sein kann ein Gütesiegel auszuweisen. „Insbesondere für die aus vielen Blickwinkeln sehr diversen Belegschaften in Kranken- und Pflegeanstalten empfiehlt es sich auch in der Auswahl von solchen Zertifizierungen nicht nur auf eine einzelne zu setzen, da hier die Signale zu fokussiert auf eine Gruppe sind und die Zielgruppen der Diversitätssiegel sich aber unterscheiden“, so die Studienautoren  Kleiss und Waiguny.  Und ergänzen: „Durch das Vorhandensein mehrerer Gütezeichen zeigen Häuser ihre Werte und den jeweiligen Ansatz des Verständnisses der Diversität.“ Gerade für den Pflegesektor ist dies eine wichtige Erkenntnis, da die Belegschaften ja aus verschiedenen Gesichtspunkten sich sehr divers gestalten. 
Auch wenn die Siegel wahrscheinlich nicht der Hauptgrund für Entscheidungen pro oder kontra einen Arbeitgeber sind, so können solche Signale in Stellenanzeigen für Bewerbende durchaus ein Vorselektionskriterium sein, und einen Vorteil bringen, wie die Studienergebnisse gezeigt haben. 

Die volle Studie erscheint demnächst auch in Advances of Advertising Research XI und ist Teil eines größeren Projektes zur Rolle von Akkreditierungslabels und Gütesiegeln im internationalen Employer Branding.

Zum Artikel in Pflege Professionell