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Starke Eltern und Kinder: Glücklich trotz Ausnahmezustand

Familienleben in Coronazeiten – not a love story. Schichtbetrieb zwischen Lego Kran, Paw Patrol und Skype Konferenz: Erfahrungsbericht von einer Mitarbeiterin der IMC Fachhochschule Krems von ihrer neuen Arbeitswelt daheim. 

Iris Waringer und Kinder im Home Office

IMC FH Krems Mitarbeiterin Iris Waringer muss, wie viele andere derzeit auch, Home Office und Kinder unter einen Hut bringen.

Die Corona-Krise macht aus einem seit Jahren bestehenden Trend ein flächendeckendes Phänomen. Homeoffice als Krisenmaßnahme könnte ganz neue Maßstäbe setzen und auch sogar danach Standard werden. Dazu kommt, dass Millionen von Eltern in Österreich seit mehr als zwei Wochen mit den schulischen Aufgaben ihrer Kinder, dem sogenannten “Home Kindergardening und Home Schooling” weitgehend auf sich allein gestellt sind. Zahlreiche Artikel, Videos und Tipps waren zu diesem Thema bereits nach kurzer Zeit zu finden. Doch wie kommen Mitarbeiterinnen der IMC FH Krems damit zurecht? Wir haben bei einer Kollegin nachgefragt.  

Selbstmanagement und Zuversicht: Bestandsaufnahme einer zweifachen Mutter  

 An der IMC FH Krems ist der Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrenden und Forschenden weiblich. Viele von ihnen meistern gerade Arbeit, Haushalt und “Kids @home” gleichzeitig. Eine davon ist Iris Waringer, Leiterin der Abteilung International Relations.   
Beide Elternteile arbeiten full-time im Homeoffice, ein 5-jähriger Wirbelwind der sich selbst „Erfinder“ nennt und wirklich äußerst kreativ ist, wenn es um lebensgefährliche Indoor-Aktivitäten oder dezente Verwüstung einzelner oder größerer Hausabschnitte geht und eine 3-jährige kuschelbedürftige, Puppenmama, die ohne Zögern jeden Blödsinn fleißig mit macht und deren aktuelles Motto lautet: „Wenn-es-nicht-nach-meinem-Kopf-geht-schreie-ich-um-mein-Leben (oder beiße meinen Bruder)“. Nicht zu vergessen, ein Haus(halt) und ein Garten (aktuell eher Baustelle) die ebenso Aufmerksamkeit nötig haben. 

Sobald das alles vorbei ist, machen die Kinder mindestens 3 Wochen Urlaub bei den Großeltern 

“Anything is possible” ist einer meiner Lieblingssprüche, den ich mir auch in der aktuellen Situation wieder ins Gedächtnis gerufen habe. Lösungsorientierung hilft durchaus auch durch den Wahnsinn des Homeoffice-Kinderbetreuungs-Tages. Ja – alles ist möglich, aber eine Grundvoraussetzung muss dabei auch erfüllt sein – es muss allen Beteiligten damit so gut wie möglich gehen.  
Das wiederum bedeutet, man muss akzeptieren, dass es nie perfekt sein wird, es wird nicht alles erledigt werden können. Es werden E-Mails nicht sofort beantwortet werden können, es werden Wäscheberge wachsen, Teller herumstehen oder der Fernseher auch mal länger als eine Stunde laufen. Es muss jede und jeder gewisse Abstriche machen, aber wir schaffen auch diese Zeit. Und weil man immer ein Ziel vor Augen haben sollte, oder eine Zukunftsvision, die einen antreibt, habe ich mir auch eine zurechtgelegt – sobald das alles vorbei ist, machen die Kinder mindestens 3 Wochen Urlaub bei den Großeltern.   

Ab Tag 2 war klar: Ein Plan muss her   

Der erste Tag war chaotisch – weil einfach weder die Kinder noch wir wussten, wie das denn nun am besten klappen könnte, dass wir Eltern genügend Ruhe zum Arbeiten und die Kinder genügend Aufmerksamkeit, Aufsicht aber auch Gelegenheiten zum Auspowern und gemeinsame Zeit zum Kuscheln und Spielen bekommen. An diesem Tag bekamen wir von den Kindern Wendeschilder für unsere Türen – „Nicht stören“ oder „Jetzt darf man rein“. Ein erster Schritt.  

Ab Tag 2 war aber klar – ein Plan muss her. Also machen wir seither täglich beim Frühstück einen Tagesplan, bei dem für jede Stunde festgelegt wird, ob allein gespielt wird, einer von uns Eltern mit ihnen in den Garten geht, gejausnet oder gekocht wird, Serien geschaut werden dürfen, eine Rad-Runde mit Mama oder eine Musik-Stunde mit Papa am Plan steht.  

Das wichtigste am Plan ist, alles was erledigt ist wegzustreichen und große Flexibilität. Das ist also nun der neue Familienalltag, an den sich langsam alle etwas gewöhnen. Ein Tagesplan mit täglich neuen Variablen und Herausforderungen, vor allem aber auch wenig Freizeit für die Eltern und der täglichen Frage: „Wann ist wieder Wochenende, Mama?“  

Es lohnt sich dankbar zu sein  

Durch harte Zeiten hilft oft Dankbarkeit. Sich vor Augen zu halten, dass es zwar gerade nicht leicht ist, aber es auch vieles gibt, wofür es sich lohnt dankbar zu sein.  
In dieser Zeit bin ich besonders dankbar für meinen Arbeitgeber, die IMC FH Krems, die gerade in den letzten Wochen bewies, wie wichtig gutes Krisenmanagement, offene Kommunikation, Innovation, Flexibilität und allen voran Zusammenhalt ist.  
Ich bin dankbar für verständnisvolle und unterstützende Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzte. Dankbar, dass wir uns als IMC Team keine Sorgen um unsere Arbeitsplätze machen müssen, wie viele andere aus dem Bekanntenkreis in diesen Tagen. Und ganz besonders dankbar, dass Homeoffice und Kinderbetreuung zu managen aktuell unsere größte Sorge ist.