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News #Management von Gesundheitsunternehmen

Real world case study: Careables.org

Das 3. Semester des berufsbegleitenden Master-Studiengangs „Management von Gesundheitsunternehmen“ der IMC FH Krems steht ganz im Zeichen der Entwicklung von innovativen Lösungen für Aufgabenstellungen aus der Unternehmenspraxis.
 

Vordere Reihe von links: Caroline Korec, Manuel Kern, Felix Blank Hintere Reihe von links: Gloria Pötz, Georg Fuchs, Michael Dobesberger-Hofer entwickelten die Österreich Challenge für ihren Auftraggeber careables.org

Mithilfe von Design Thinking werden die Menschen (Patientinnen und Patienten, Kundinnen und Kunden, Userinnen und User uvm.) und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt. Durch die Kombination der richtigen Personen mit dem benötigten Raum und einem unterstützenden (iterativen) Prozess werden innovative Lösungen für komplexe Probleme entwickelt. Design Thinking beschreibt eine agile Vorgehensweise, die den Menschen im Fokus hat und dabei versucht, die Bedürfnisse der Zielgruppen, die Technologie und die Wirtschaftlichkeit optimal in Einklang zu bringen. Die Studierenden arbeiten in heterogenen Teams und erhalten einen realen Auftrag eines Unternehmens oder einer Organisation aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. 

Entwicklung einer dauerhaften Finanzierung für careables.org

Der Auftraggeber des Projektes, das von der Studierenden-Gruppe Felix Blank, Michael Dobesberger-Hofer, Georg Fuchs, Manuel Kern, Caroline Korec und Gloria Pötz ausgearbeitet wurde, war das Zentrum für Soziale Innovation (ZSI)
Das ZSI ist (mit Teams aus Deutschland, Italien und den Niederlanden) federführend für das horizon2020-Projekt careables.org verantwortlich. Die EU-Förderung des Projektes lief mit Ende 2020 aus. Die Aufgabe der Studierenden-Gruppe bestand darin, Ideen für eine dauerhafte Finanzierung von careables.org zu entwickeln. 

Entwicklung von leistbaren Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung

Careables.org ist eine internationale Initiative zur kollaborativen Entwicklung von leistbaren Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen in sogenannten „Fab-Labs“. Diese Baupläne der entwickelten Ideen werden auf einer Plattform zur Verfügung gestellt und können heruntergeladen und nachgebaut werden. Ein FabLab (von Englisch fabrication laboratory – Fabrikationslabor), manchmal auch MakerSpace genannt, ist eine offene Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen und einzelnen Gewerbetreibenden den Zugang zu modernen Fertigungsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen.

Der Ablauf des Projektes

Im ersten Schritt des Design Thinking-Prozesses, der Analyse, stehen die Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Anhand von Gesprächen mit Betroffenen und Stakekholdern wird ein optimales Verständnis für die Gesamtsituation erarbeitet. Im Projekt wurden in Summe mehr als 30 qualitative Interviews mit Betroffenen, Makern, Gesundheitsberufen, Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Hand, privaten Spenderinnen, Unternehmerinnen und Unternehmern geführt. Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen werden zu prototypischen Darstellungen der Menschen, sogenanntem Personas, verdichtet. 

Österreich-Challenge konzipiert: Betroffene konnten ihre individuellen Bedürfnisse einreichen

In unserem Fall haben wir eine sogenannte „Österreich Challenge“ entwickelt. Die Österreich Challenge soll mit Hilfe von Medienpartnerinnen und Medienpartner begleitet und über Sponsorinnen und Sponsoren finanziert werden. 
Im Zuge von 3 Careables co-design Workshops sollen in 3 Fab-Labs in Österreich individuelle Lösungen für Menschen mit Behinderungen entwickelt werden. Alle Betroffenen können ihre individuellen Bedürfnisse einreichen. Ein Publikums-Voting entscheidet darüber, welche 3 Bedürfnisse für eine tatsächliche Umsetzung ausgewählt werden. 

Im Fokus: Der Mensch und der direkte Austausch

Im Anschluss wurden die entwickelten Prototypen im Gespräch bei Betroffenen und Interessensgruppen getestet. Auf Basis des daraus resultierenden Feedbacks gingen die Konzepte in die nächste Iteration und wurden überarbeitet. Kontinuierlich wurde so die Lösung Schritt für Schritt weiterentwickelt, um einen größtmöglichen Nutzen für die Zielgruppen zu stiften. Dabei bleiben immer der Mensch und der direkte Austausch im Fokus. 

Statements zum Projekt

„Durch die Einschränkungen im Zuge der COVID 19-Maßnahmen konnte das Semester nicht wie geplant in Präsenzworkshops stattfinden, sondern musste in den virtuellen Raum verlagert werden. Besonders bei der Anwendung eines menschenzentrierten Ansatzes wie Design Thinking stellt das eine große Herausforderung dar. Es ist unserem Team nichtsdestotrotz gelungen, ein stimmiges Konzept zu entwickeln, das bereits "sehr vielversprechend getestet werden konnte. Unter dem Strich bleiben eine ungeheuerlich wertvolle Erfahrung und eine intensive Zeit. Ein Aufwand, der vielleicht auch mit einer Umsetzung belohnt wird“, kommentiert Teammitglied Felix Blank.

 „Ich empfand es als sehr spannend, heraufordernd und lehrreich, dieses Semester theoretisches und praktisches Wissen in einem Team, begleitet von Expertinnen und Experten aus der Praxis bearbeiten zu dürfen. Careables ist ein Projekt, das Sinn stiftet und Mehrwert schafft. Ich hoffe, dass es durch unsere Arbeit auch zukünftig einen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann“, so Manuel Kern, Teammitglied der Studierenden-Gruppe.

„Für uns war es eine neue Erfahrung, mit Studierenden an konkreten Lösungen zur Erhaltung und Weiterführung der Careables Idee zu arbeiten. Wir, damit meine ich das gesamte Team an Kooperationspartnern aus Europa, waren erstaunt, wie gut sich die Gruppe der Studierenden in das Konzept einfinden und auch identifizieren konnte. Es wurden uns nicht nur neue Ideen zur weiteren Finanzierung von Careables geliefert, sondern auch konkrete Kontakte geknüpft, die für die weitere Zukunft von careables und einen Aufbau eines Kontaktnetzwerks in Österreich sehr hilfreich sind“, betont die Projektkoordinatorin, Dr. Barbara Kieslinger, Zentrum für Soziale Innovation (ZSI).

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