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Story #Alumni#Angewandte Gesundheitswissenschaften#Gesundheit

Pionierin der Angewandten Gesundheitswissenschaften

Erfahrene Radiologietechnologin im Interview

Daniela Dietrich hat im Herbst 2020 als eine der ersten Pionierinnen den Master-Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften an der IMC FH Krems erfolgreich abgeschlossen. Kurz vor ihrem Abschluss hat sie in der  NÖ Landesgesundheitsagentur zu arbeiten begonnen. Als Koordinatorin der MTDG* (medizinische, therapeutische und diagnostische Gesundheitsberufe) in der Abteilung Strategie und Qualität Medizin ist sie für deren Koordination und strategische Weiterentwicklung in Niederösterreich zuständig. Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die die engagierte Absolventin sehr ernst nimmt, da diese Gruppe nach der Pflege die zweitgrößte medizinisch tätige Personengruppe ist.

Portrait von Daniela Dietrich

Daniela Dietrich erhielt kurz vor Abschluss ihres Studiums ein perfektes Jobangebot bei der NÖ Landesgesundheitsagentur. © NÖ Landesgesundheitsagentur

In ihrer Grundprofession ist Daniela Dietrich seit 17 Jahren Radiologietechnologin. 14 Jahre davon hat sie auch in diesem Beruf gearbeitet – mit einer etwa 3-jährigen Unterbrechung, in der sie national und international als Applikationsspezialistin im radiologischen Bereich für einen namhaften Medizinproduktehersteller tätig war. Neben der sozialen Komponente des Patientinnen- und Patientenkontakts hat sie vor allem die Kombination von Medizin und Technik an der Radiologietechnologie gereizt. Denn durch die stetigen Weiterentwicklungen in der Medizintechnik bleibt es immer spannend und interessant den Neuerungen zu folgen. 

Wissen und Skills für strategische und lenkende Aufgaben

Warum hast du dich für das Studium an der IMC FH Krems entschieden? Welches Ziel hast du mit dem Studium verfolgt?

Ich bin neugierig und entwickle mich gerne weiter, ich mag es nicht allzu lang auf einem Status quo stehen zu bleiben. Ich habe schon seit Jahren mit dem Gedanken gespielt ein weiterführendes Studium zu absolvieren, aber es war irgendwie nie das Richtige dabei. Ich wollte mir das nötige Wissen und die nötigen Skills aneignen, die es für strategische und lenkende Aufgaben braucht, weil ich etwas bewegen bzw. steuern, die Dinge verändern wollte - nicht für einzelne Personen, sondern für ein Kollektiv. Klassisches Krankenhaus-Management kam aber für mich nicht in Frage. 

Plusfaktor: Kombination aus Medizin, Wissenschaft, Forschung und Zeitgeist

Ich wollte etwas, das Medizin, Wissenschaft, Forschung, Zeitgeist, und allem voran Theorie und Praxis vereint. Als ich den Studiengang der Angewandten Gesundheitswissenschaften an der IMC FH Krems entdeckt hatte, war für mich klar – das will ich machen. Ein Plusfaktor war auch, dass es einerseits als berufsbegleitendes Studium mit meinem damaligen Job im Krankenhaus gut verein- und planbar war und andererseits die Studiengebühren mit weniger als 400 Euro pro Semester kostengünstig und damit im Gegensatz zu vielen anderen berufsbegleitenden Zusatzausbildungen wirklich leistbar waren.

Was waren für dich die Besonderheiten des Studiums?

Es hat mich von Anfang an besonders gecatcht, dass das Studium praxisorientiert interdisziplinär aufgebaut ist. Als Radiologie-Technologinnen arbeiten wir innerhalb der gehobenen MTD extrem autark und haben – abgesehen von seltenen Berührungspunkten mit Biomedizinischen Analytikerinnen - sehr wenig bis garkeinen Kontakt zu anderen MTD. Das habe ich immer sehr schade gefunden, deswegen war es umso spannender mehr von den anderen Sparten kennenzulernen, und so auch ein ganzheitlicheres Bild rund um die Behandlung von Patientinnen und Patienten zu erhalten.

Zusammenhänge besser verstehen und ganzheitlich denken

Kannst du das Know-How, das du aus dem Studium mitgenommen hast, beruflich nutzen?

Absolut! Projektmanagement Skills, wie wir sie im Zuge unserer Praxisprojekte erlernt haben, sind immer extrem nützlich. Antworten auf Fragen wie „Was ist Design Thinking und wofür kann es im Gesundheitsbereich genutzt werden?“, „Wie ist die Gesundheitsversorgung in Österreich aufgebaut und wie sieht ihre Zukunft aus?“, „Was ist ein Primärversorgungszentrum?“, „Wie läuft eigentlich Forschung ab und was passiert alles bevor z.B. ein Medikament oder Medizinprodukt zugelassen wird?“, „Was sind die neusten Technik- und Entwicklungstrends in der Medizin?“, „Welche Faktoren sind essentiell für die Aussagekraft einer Studie?“, die Nutzung von Online Kommunikations- und Arbeitstools wie MS Teams oder Zoom, etc.

All dieses Wissen, all die erworbenen Fähigkeiten helfen mir nun täglich dabei meine Aufgaben bestmöglich auch in distanzgeprägten Corona-Zeiten zu meistern, Zusammenhänge besser zu verstehen, ganzheitlich zu denken, und an spannenden Projekten mitzuwirken.

Mein Ziel: Dinge bewegen, steuern und lenken

Wie ist es dir nach dem Master-Studium ergangen? Welche Möglichkeiten haben sich eröffnet?

Ich habe bereits gegen Ende des 4. Semesters das Angebot der NÖ Landesgesundheitsagentur erhalten die Koordination der MTDG in der Organisation zu übernehmen. Diese Chance war eine absolut glückliche Fügung, die ich natürlich ergriffen habe. Sie beinhaltet genau das, was ich mir zum Ziel gesetzt habe: Dinge zu bewegen, zu steuern, zu lenken, sie praktikabler, sinnvoller und effizienter zu machen.

Würdest du den Master-Studiengang weiterempfehlen?

Absolut! Wir waren die Pioniere in diesem Studiengang und ich denke unsere Leistungen und Erfolge, die wir im Zuge bzw. dank des Studiums verzeichnen konnten, sprechen für sich: So wird der Erfolg der angewandten Gesundheitswissenschaften bestätigt.

 

Mehr zum Master-Studiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften

 

*Unter die MTDG fallen alle Berufsgruppen, die nicht-ärztlich und nicht pflegerisch sind, also alle 7 gehobenen MTD-Sparten wie Ergotherapeutinnen oder Diätologinnen zum Beispiel.