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IMC Hebammen-Studierende verbrachten ihr Praktikum in Afrika

Auslanderfahrungen in einer Klinik in Tansania

Die beiden Hebammen-Studierenden Tamara Straß und Marie Hamedinger absolvierten ihr Wahlpraktikum in einer kleinen Klinik in Ostafrika. Während ihres Auslandpraktikums konnten die jungen, angehenden Hebammen viele wertvolle Erfahrungen sammeln. In Österreich ist es zum Beispiel Routine, bei gewissen Risikofaktoren die Herztöne eines Babys mit einer Kardiotokografie (CTG) zu überwachen. In der kleinen Klinik in Tansania gab es solche medizinischen Geräte nicht, wodurch Tamara Straß und Marie Hamedinger lernen mussten, ohne diese technischen Mittel zu arbeiten.

Hebammen in Afrika

Die beiden Hebammen-Studierenden Tamara Straß und Marie Hamedinger absolvierten ihr Wahlpraktikum in einer kleinen Klinik in Ostafrika.

Ermutigt, diesen Schritt zu wagen und ihr Praktikum im Ausland zu absolvieren, wurden die beiden von ihren Lehrenden und ihrer Studiengangsleiterin Elisabeth Rakos, wie Tamara Straß erzählt: „In unserem bisherigen Studium wurde uns immer ein sehr umfangreicher Blick auf die vermittelten Lehrinhalte gegeben. Einige unserer Lehrenden waren selbst im Ausland bzw. in Afrika und konnten uns mit vielen wertvollen Informationen versorgen. Sie haben uns bei unserem Vorhaben voll und ganz unterstützt. Auch unsere Studiengangsleiterin Lisa Rakos hat uns stets motiviert, neue Erfahrungen zu suchen und war begeistert, wenn jemand außerhalb Österreichs ein Wahlpraktikum machen wollte.“

Praktika im Ausland sind prägende Lern-Erfahrungen

Warum eine Auslandserfahrung so wichtig ist und befürwortet wird, erklärt Hebammen Studiengangsleiterin Lisa Rakos: „Praktika im Ausland ermöglichen den Hebammen-Studierenden sehr prägende Lern-Erfahrungen. Die Lebenssituationen von Frauen rund um Schwangerschaft und Geburt unterscheiden sich weltweit so grundlegend, dass tiefgreifende Kultursensibilität sich eigentlich nur über das reale Sich-Einlassen auf ‚andere Umstände‘ erreichen lässt. Wir sind eine Fachhochschule mit internationaler Ausrichtung. Deswegen sehe ich es als meine Aufgabe an, Auslandspraktika zu fördern und meine Studierenden von der Suche nach Praxisstellen bis hin zur Reflexion ihrer internationalen Erfahrungen zu unterstützen. Auch deren wissenschaftlicher Wert ist nicht zu unterschätzen – manchmal ergibt sich ein besonders interessantes Bachelor-Thema gerade vor dem Hintergrund eines Auslandspraktikums.“

Mithilfe der Organisation World Unite! konnten Tamara Straß und Marie Hamedinger Kontakt zum „Pasua Health Care Center“, einem kleinen Krankenhaus in Tansania, aufnehmen. Zu ihren Aufgaben zählte, werdende Mütter während und nach der Geburt zu betreuen und auch bei Geburten dabei zu sein.

Wertvolle Eindrücke und Erinnerungen

„Mich hat dieser Einsatz von Anfang an berührt“, erzählt Marie Hamedinger über ihre Auslandserfahrung. „Wir wurden vom Pasua Health Center sehr herzlich aufgenommen. Gleich am ersten Tag erhielten wir als Willkommensmahl einen kleinen getrockneten Fisch und gekochte Bananen zu essen. Besonders fasziniert hat mich die tansanische ‚pole pole‘-Kultur, das bedeutet, alles ‚langsam, langsam‘ anzugehen. Diese Kultur lässt einen selbst zur Ruhe kommen und man lernt toleranter zu sein. Mir hat es auch geholfen, als Hebamme ruhiger zu werden, ein Gefühl für die Frau und die Situation zu bekommen und mein Vertrauen in die natürliche Geburt zu stärken. Natürlich gab es auch sehr herausfordernde Situationen, die Gott sei Dank alle gut ausgingen.“

Den beiden Studierenden war schon vor ihrem Aufenthalt klar, dass es in Afrika an den einfachsten Dingen fehlen würde. Aus diesem Grund waren beide bemüht, vor ihrer Abreise Spenden für Mütter und Kinder zu sammeln. Mithilfe von Spendenaktionen des Jugendvereins Landsee und der Pfarre Michelhausen konnten sie insgesamt 1.800 Euro sammeln. Das Geld wurde vor allem für medizinische Ausstattung im Pasua Health Care Center verwendet. Weiters konnte damit die integrative Primary School St. Francis, die zugleich Schule wie auch Heimat für rund 300 Schülerinnen und Schüler (ohne Behinderung, Gehörlose, Albinos und Sehbehinderte) ist, unterstützt werden.

Tamara Straß und Marie Hamedinger unterstützten während ihres Praktikums in Tansania zusätzlich eine Kinderärztin aus England, die zusammen mit drei einheimischen Ärzten bei über 100 Waisenkindern Gesundheitschecks durchführte. Im Zuge der Untersuchungen behandelte das Team einige Kinder, die eine vermeidbare Blindheit entwickelten, versorgte Kinder mit Sehschwäche mit passenden Brillen und therapierte verschiedene Erkrankungen mit den entsprechenden Medikamenten.   

Die zwei zukünftigen Hebammen konnten etliche wertvolle Eindrücke gewinnen und mitnehmen, wie auch Marie Hamedinger bestätigt: „Die dort ansässigen Menschen haben mir unter anderem gezeigt, dass trotz all des Leids und der Armut das Leben bunte und fröhliche Seiten haben kann. Dafür sollten wir täglich dankbar sein.“

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