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Das Wirtschaftssystem nachhaltiger gestalten

Angelina Wolf ist eine der inzwischen 177 Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiums Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der IMC FH Krems. Sie nutzt ihr Studium für eine Position in der Wirtschaft, um einen Beitrag zu leisten: zu ökologisch und sozial fairem Handeln, zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcen sparendem Leben.

Portrait von Angelina Wolf

Angelina Wolf ist eine der inzwischen 177 Absolventinnen und Absolventen des Masterprogramms Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der IMC FH Krems. © Grüne Erde

Unser Weltklima und der jammervolle Zustand, in dem es sich befindet, mobilisieren immer mehr Menschen, um – spät, aber doch – fatale Trends zu stoppen. Am 24. September findet dazu der Globale Klimastreiktag statt, der zahlreiche Organisationen, aber auch Einzelpersonen laut aufschreien lässt. Der Verantwortung bewusst sind sich auch Bildungseinrichtungen wie die IMC FH Krems, die mit ihrem Masterprogramm Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement das Know-how dazu vermittelt.

Absolventin Angelina M. Wolf ist beim Öko-Pionier Grüne Erde GmbH beschäftigt und sorgt dort für den Beitrag, der einen entscheidenden Unterschied macht. Sie ist für das Ökologie- und Qualitätsmanagement zuständig und pocht tagtäglich darauf, mehr Bewusstsein für ein nachhaltiges und Ressourcen sparendes Leben zu entwickeln. Im Interview erzählt sie von ihrer Karriere, ihrer Ausbildung und den Dingen, die ihr wichtig sind.

Du hast einen Master für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in Krems absolviert. Was war deine Motivation für dieses Studium?

Angelina Wolf: Ich bin als 19-Jährige nach Wien gezogen, um zu studieren – und war ehrlich gesagt ziemlich überfordert mit der großen Frage: Was soll ich studieren und für den Rest meines Lebens machen? Ich habe dann mit dem Bachelor-Studium für Betriebswirtschaftslehre begonnen. Während des Studiums habe ich aber schnell gemerkt, dass sich da etwas sträubt in mir – man lernt dabei, die perfekte Kapitalistin zu sein. Durch meinen Freundeskreis habe ich mich immer mehr für einen nachhaltigen Lebensstil interessiert, mit meinem Bachelor passte das dann nicht mehr ganz zusammen. Statt wegzuschauen, entschied ich mich dann aber, einfach genau da anzusetzen und wusste, ich wollte dazu beitragen, unser Wirtschaftssystem nachhaltiger zu gestalten. Das Studium an der IMC FH Krems passte dann perfekt zu dieser Idee.

Was hat dir an diesem Studium besonders gut gefallen?

Ich fand das Studium sehr spannend, besonders gefiel mir, dass man in die verschiedensten Bereiche Einblick erhält und so ein breites Basiswissen generieren kann. Das ist sehr hilfreich, wenn man im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) in Unternehmen tätig ist.

Wo siehst du die Chancen, die dieses Studium bietet? Können Alumni etwas verändern oder bewegen?

Egal, in welchem Bereich Alumni dann tätig sind, sei es in einschlägigen Abteilungen oder aber doch in anderen Themenbereichen – der Aspekt Nachhaltigkeit wird vermutlich immer mitgedacht werden. Allein das hat einen positiven Effekt auf unsere Gesellschaft und die Umwelt.

Der 24.9. ist der Welttag des Klimastreiks. Welche Bedeutung hat das Klima für dich?

Mir geht es wie wahrscheinlich vielen, die sich in ihrem Berufsleben mit Umweltauswirkungen und Klimaschutz im weiteren Sinne beschäftigen: Liest man den aktuellen IPCC-Bericht (Intergovernmental Panel on Climate Change) und denkt man an die Folgen, die wir bereits in Österreich spüren, so ist es schwierig, positiv zu bleiben und daran zu glauben, wir könnten das Ruder noch herumreißen. Und dennoch bleibt da ein kleines Fünkchen Hoffnung, an dem wir alle festhalten und für das es sich lohnt, auf die Straße zu gehen. Denn wir sind längst an einem Punkt angekommen, an dem die Handlungen von Einzelpersonen zwar gut und wichtig sind, es jedoch strukturelle Veränderungen braucht.

Du bist heute Ökologie- und Qualitätsmanagerin bei Grüne Erde. Wie bist du dort „gelandet“, wo du heute bist?

Nach meinem Bachelor in BWL habe ich unmittelbar den Master in Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der IMC FH Krems angehängt. Im Anschluss habe ich ganz klassisch die Ausschreibung von Grüne Erde gesehen und mir gedacht: Vermutlich wird das eh nichts, als erster Job nach dem Studium, aber probiert habe ich es trotzdem. Die Gespräche sind dann sehr positiv verlaufen und ich habe tatsächlich 2018 bei Grüne Erde begonnen. Was mir sicher in die Hände gespielt hat, war das Faktum, dass wenige Menschen mit viel Berufserfahrung so mir nichts dir nichts bereit sind, aus der Stadt ins Almtal zu ziehen. Auch vom Wesen her habe ich gut ins Unternehmen gepasst, darauf achten werte-basierte Unternehmen bekanntlich stark.

Was findest du besonders wertvoll am Unternehmen Grüne Erde? Was fasziniert dich?

Mich fasziniert, dass das Unternehmen aus dem Gedanken heraus gegründet wurde, einen positiven Beitrag zu einem ökologischen Lebensstil zu leisten. Nachhaltigkeit ist also in der DNA von Grüne Erde ganz tief verankert und das spürt man natürlich nach wie vor tagtäglich. In jeder Handlung wird der Aspekt Ökologie mitgedacht. Diese Konsequenz ist vermutlich nur sehr schwer zu erreichen, wenn erst nachträglich CSR eingeführt wird.

Gemeinwohl-Ökonomie kommt dabei ebenfalls zum Tragen. Was bedeutet dir diese Idee?

Mich fasziniert die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) schon seit meinem Studium, weil es tatsächlich real umsetzbar ist und endlich – trotz Kapitalismus – jene Unternehmen profitieren lässt, die sich für ökologische und soziale Bedingungen einsetzen. Ich habe meine Master-Arbeit damals über die Auswirkungen der Gemeinwohl-Bilanz-Erstellung in den Unternehmen geschrieben und darf heute mit Christian Felber und anderen GWÖ-Pionieren jährlich im Namen von Grüne Erde im GWÖ-Momentum Treffen tagen. Das ist wirklich toll.

Du scheinst ein Mensch zu sein, der auf seinen ökologischen Fußabdruck achtet. Welche Werte sind dir noch besonders wichtig?

Besonders wichtig sind mir im Privaten die Arbeitsbedingungen jener Menschen, die durch meinen persönlichen Konsum tätig werden. Gerade in der Textilindustrie sind diese oft verheerend, hier achte ich schon seit vielen Jahren auf Zertifizierungen. Zum Glück ist dieser Wert auch meinem Arbeitgeber in seiner Produktion wichtig.

Wie dürfen wir uns die Privatperson Angelina Wolf vorstellen? Was interessiert dich, abgesehen von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen?

Zu meinen großen Interessen zählen Ayurveda und Yoga. In diesem Bereich mache ich gerade eine Ausbildung zur Ayurveda-Praktikerin. Im weitesten Sinne ist dieses zweite Standbein aber gar nicht so anders als meine Tätigkeit als Ökologiemanagerin: Statt mir die Wechselwirkungen zwischen einem Unternehmen und seiner Umwelt anzusehen, mache ich das im Ayurveda auf Ebene der Menschen. Was braucht die oder der Einzelne für ein gesundes Leben? Das fasziniert mich sehr.

Was würdest du dir für deine berufliche Zukunft wünschen?

Dass ich sowohl Ayurveda als auch das Nachhaltigkeitsmanagement praktizieren kann.

Und für das Klima und die Umwelt?

Ich wünsche mir, dass zukünftig jedes Unternehmen Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -manager anstellen muss und irgendwann alle „nichtfinanziell“ Bericht erstatten müssen. Durch neue Gesetze wie ein Lieferkettengesetz sollten zukünftig ALLE Unternehmen für ihre gesamte Lieferkette zur Rechenschaft gezogen werden. Das würde ich mir wünschen.

Welchen Tipp möchtest du Studierenden geben, die überlegen, ob sie Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in Krems studieren sollen?

Egal, ob ihr später in diesem Bereich arbeiten möchtet oder nicht – ihr werdet von den Inhalten dieses Studiums profitieren, sowohl privat als auch beruflich. Für die Jobsuche im Anschluss kann ich nur mitgeben, dass es ein wesentlicher Vorteil sein kann, wenn man ortsungebunden ist und auch gewillt, für einen Job umzuziehen.

Statement von Prof. (FH) DI Roman H. Mesicek, Studiengangsleiter Umwelt- Und Nachhaltigkeitsmanagement:

„Wenn wir die ökologischen und sozialen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte bewältigen möchten, müssen sich Unternehmen als Teil der Lösung verstehen und aktiv dazu beitragen. Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -manager in der Wirtschaft nehmen dabei eine Schlüsselposition ein. Ihre Kompetenzen sind jetzt und in Zukunft entscheidend, wenn es darum geht, Unternehmenserfolg im Einklang mit gesellschaftlichem Wohlergehen langfristig sicherzustellen.“

Über Angelina Wolf

Angelina M. Wolf hat nach einem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre an der FH Wien den Master für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der IMC FH Krems absolviert. Nach Praktika bei Starwood Hotels & Resorts, beim World Wildlife Fund und bei Schlumberger Wein- und Sektkellerei landete sie unmittelbar nach dem Master bei der Grüne Erde GmbH als Ökologie- und Qualitätsmanagerin. Angelina Wolf arbeitet die Hälfte der Woche im oberösterreichischen Almtal beim ökologischen Vorzeigeunternehmen und die andere Hälfte lebt sie in Wien. Persönlich interessiert sie sich besonders für die sozialen und ökologischen Herausforderungen in der Textilindustrie, Slow Fashion, Yoga und Ayurveda.

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Über Grüne Erde

Grüne Erde wurde 1983 im oberösterreichischen Almtal gegründet und will Einfluss nehmen auf Wirtschaft und Gesellschaft, um zu zeigen, dass eine Form des ökonomischen Handelns möglich und erfolgreich ist, die sowohl Mensch als auch Natur gerecht wird. Das Ideal eines Lebens und Wirtschaftens in Verbundenheit von Mensch und Natur prägt die Werte von Grüne Erde: Langlebigkeit, Qualität, Natürlichkeit, Verantwortung, Freiheit und soziale Fairness. Das Unternehmen produziert Matratzen, Kissen, Polstermöbel und Naturkosmetik, aber auch Heimtextilien, Wohnaccessoires und Naturmode und orientiert sich konsequent an ökologischen und sozial fairen Standards.

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