Stress und Regulationsforschung

Ziele der Stress- und Regulationsforschung der IMC FH Krems

Das Forschungsthema gründet auf der molekularbiologichen Erkenntnis, dass die Selbstheilungskräfte eines Menschen nur im „Vagotonus“ – also Entspannungszustand – voll zur Geltung kommen können. (vgl. Tracy 2002)

Die primären Ziele des Forschungsthemas sind:

  • Entwicklung interdisziplinärer therapeutischer Modelle im Bereich klinischer Stressprävention und Behandlung.
  • Etablierung des Faktors „Regulationsfähigkeit des Organismus“ als relevanter Indikator für den Therapie- bzw. Betreuungserfolg.
  • Modelle zur interdisziplinären Zusammenarbeit im klinischen Bereich.
    Entwicklung des Models einer „gesunden Hochschule“ mit Schwerpunkt auf „gesunde“ Stressverarbeitung.

„Die Krankheit beginnt in dem Augenblick, wo die regulatorische Einrichtung des Körpers nicht ausreicht, um die Störung zu beseitigen. Nicht das Leben unter abnormen Bedingungen als solches erzeugt Krankheit, sondern die Krankheit beginnt mit der Insuffizienz des regulatorischen Apparates.“  (VIRCHOW, 1868)

Das Biosystem Mensch kann als ein komplexes Netzwerk von Regelkreisen verstanden werden, das trotz sich ständig verändernden Umweltanforderungen physikalischer und psychosozialer Natur versucht, ein dynamisches Gleichgewicht der Organsysteme aufrecht zu erhalten.

Der Begriff „Regulation“ meint hier die Fähigkeit des menschlichen Organismus, auf akute Belastungsphasen adaptiv zu reagieren, und nach Abklingen dieser Phasen wieder in einen körperlich und mental entspannten Ruhezustand zurückzukehren.

Jeder Umweltreiz wie auch jeder innere Impuls wird durch komplexe Regulationssysteme wie das Immun-, Hormon-, Nerven- und Stoffwechselsystem, die Psyche sowie muskulo-skelettal beantwortet. Gesundheit resultiert aus dieser Sicht aus der Fähigkeit zu einer effizienten Anpassungsreaktion des Gesamtorganismus.

Die beiden hierfür verantwortlichen Aktivitätsmodalitäten werden durch das Autonome Nervensystem (ANS) gesteuert, das mittels Sympathikus- bzw. Parasympathikusaktivität das innere Gleichgewicht im menschlichen Organismus gewährleistet.

Krankmachender Stress (Disstress) kann als misslungener Versuch zwischen Anforderungen und der individuell unterschiedlichen Bewältigungsmöglichkeit beschrieben werden. Bei der Stressverarbeitung sind neben verallgemeinerbaren „äußeren“ Anforderungskomponenten auch die individuellen Einstellungen, Erfahrungen und kognitiven Bewertungskategorien entscheidend