Vortrag an der IMC FH Krems: Teilchenphysik macht zu viel Spaß, um sie den Physikern vorzubehalten

Wissenschaftlerin Pauline Gagnon hielt ihren Vortrag „Wen interessiert schon Teilchenphysik?“ für die Studierenden der IMC FH Krems.

Die Studierenden mit Prof.(FH) Mag. Dr. Harald Hundsberger, Institutsleitung Biotechnologie / Studiengangsleitung Medical and Pharmaceutical Biotechnology, Wissenschaftlerin Pauline Gagnon und Projektleiterin Dr. Rita Seeböck.

Die kanadische Physikerin Pauline Gagnon war am 20. März 2017 an der IMC FH Krems zu Gast. Mit „Who cares about particle physics?“ lud sie ihre Zuhörer ein, sich auf Physik und deren spannende Seiten einzulassen. ​Der Gastvortrag wurde von Dr. Rita Seeböck und Prof.(FH) Mag. Dr. Harald Hundsberger, Institutsleitung Biotechnologie / Studiengangsleitung Medical and Pharmaceutical Biotechnology initiiert.

Spannender als Science Fiction

Passend zu ihrem Thema hat Pauline Gagnon bei ihrem Besuch kleine Objekte mitgebracht mit deren Hilfe sie ihren Vortrag auflockert. „Show and tell“ – ein Objekt zeigen und darüber reden – funktioniert laut der erfahrenen Wissenschaftlerin auch bei Erwachsenen gut. „It blows your mind“, sagt Gagnon über Teilchenphysik und schildert, wenn man sich näher mit der Thematik auseinandersetze, sei das besser als jede Science Fiction. Da die wissenschaftliche Arbeit von der öffentlichen Hand finanziert wird, sieht sie es als ihren Auftrag etwas zurückzugeben: „Das schulden wir den Menschen“. Die Kanadierin macht dies indem sie Teilchenphysik in spannender und einfacher Weise erklärt, sodass jeder sie verstehen kann. „In meinem Buch ‚Who cares about Particle Physics‘ verwende ich nur eine Gleichung“, sagt Gagnon und weist damit darauf hin, dass sich auch die Teilchenphysik mit Metaphern und Symbolen sehr gut erklären lässt. Ihr sei es einfach wichtig den Menschen zu zeigen, wie sich die Welt in der wir leben, zusammensetzt.

Mitarbeit im CERN

Von 2011 bis 2014 hat Pauline Gagnon im CERN-Kommunikationsteam gearbeitet, sie hat Blogs für die „Quantum Diaries“ geschrieben und Medienanfragen aus der ganzen Welt beantwortet. Teilchenphysik auf einfache und gut verständliche Art zu erklären, ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Seit 2013 hat sie mehr als 80 Präsentation in acht verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten gehalten. Ihr bekanntes Buch „Who Cares about Particle Physics: Making Sense of the Higgs boson“ behandelt nicht nur die Untersuchungen im CERN, sondern stellt auch dar, wie Forschung in Zusammenarbeit von großen internationalen Teams funktioniert und warum Grundlagenforschung in der Physik so wichtig ist. Mit diesem Buch hofft sie, ein größeres Publikum zu erreichen, weil Teilchenphysik ihrer Meinung nach zu viel Spaß macht, um es sie nur den Physikern vorzubehalten.

Zur Person

Pauline Gagnon wurde 1955 in Chicoutimi in Quebec, Kanada geboren. 1978 hat sie ihren Bachelorabschluss in Physik an der Université du Québec à Montréal gemacht und danach sechs Jahre Physik unterrichtet. Ihren Master hat sie an der San Francisco State University in Kalifornien gemacht, darauf folgte 1993 der PhD in Teilchenphysik an der University of California in Santa Cruz. Sie wurde Mitglied des Forscherteams der Carleton University in Ottawa, das im Kernforschungszentrum CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) im Kanton Genf in der Schweiz mitgearbeitet hat. Bis zu ihrer Pensionierung 2016 war sie Senior Research Scientist an der Indiana University.

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