Unternehmen als Wolke, neue Arbeitswelten, Digitalisierung, Globalisierung und Flexibilisierung

Das Curriculum des Masterstudiengangs International Business and Export Management bekam ein Update. Ab Herbst tritt der neue Studienplan in Kraft. Die neuen Spezialisierungen wurden laut Prof (FH). DI Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Bartz entwickelt indem aktuelle Veränderungen in den Wirtschaftswelten in Studieninhalte übersetzt wurden.

Prof. (FH) DI Michael Bartz erklärt die neuen Spezialisierungen von International Business and Export Management.

Drei Spezialisierungen

„Collaboration in the next generation enterprise“ ist die erste Spezialisierung. „Wie der Name schon sagt, geht es hier um die veränderten Arbeitsweisen. Getrieben durch die Digitalisierung wird das Arbeiten in Unternehmen immer virtueller, es wird auf Distanz gearbeitet, über Kontinente hinweg, aber auch vor Ort, auch  in Österreich gibt es bereits mobil-flexible Arbeitsformen, man kommt nicht mehr jeden Tag ins Büro, es sind Lieferanten eingebunden, Kunden eingebunden, so ein Unternehmen ist eher vergleichbar mit einer Unternehmenswolke, die ständig ihre Form verändert“, schildert Michael Bartz.

Das Ziel dieser Spezialisierung ist es, zu erlernen, wie erfolgreiches Arbeiten in einer physiologisch verteilten Organisation möglich ist und wie in einer fluiden, agilen und flexiblen Organisationsform Ergebnisse erzielt werden können.

„Diese erste Spezialisierung würde ich wählen, wenn ich die Ambition habe, mich als Führungskraft zu entwickeln, als Führungskraft in modern organisierten Unternehmen, aber genauso auch als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in internationalen Unternehmen oder in sehr innovativ-modern ausgerichteten Unternehmen, davon haben wir jede Menge in Österreich – Egger Holz, Erste Bank, Mondi – das zieht sich komplett durch den Dienstleistungs- und den Produktionssektor durch“, erklärt Michael Bartz.

„Development of export opportunities“ ist die zweite neue Spezialisierung. Hier stehen internationale und globale Warenströme im Mittelpunkt. Die Welt sei, wie der Journalist und Autor Thomas Friedman es bezeichnet, durch die Digitalisierung flach geworden, erklärt Experte Bartz. „Ein Lieferant aus der chinesischen Provinz kann genauso in Europa agieren und seine Waren und Dienstleistungen anbieten wie ein Unternehmen aus dem Waldviertel – sie agieren beide auf derselben Augenhöhe vor Ort“, so Bartz. Handel und Export läuft heute – bedingt durch die Digitalisierung – anders ab. Auch das chinesische Unternehmen aus der Provinz wird durch die neuen digitalen Handels-und Kommunikationskanäle konkurrenzfähig. „Darauf bereiten sich Studierende in diesem Studiengang vor und das sehr grundlegend, das sind drei Hauptschritte, die man dort durchläuft. Das beginnt tatsächlich bei der Idee, der Produktidee, der Unternehmensidee, dem Start-up und wie übersetze ich das in ein Geschäftsmodell oder ein Produkt, das passend ist für bestimmte Märkte. Gerade das Thema Geschäftsmodell ist uns da sehr wichtig“, erzählt Bartz.
Auch die Vermarktung über die neuen Kanäle und über neue Vermarktungsformen ist Thema in der Spezialisierung. Bei großem Interesse an internationale Unternehmen, dem Export – und Handelsbereich, ist diese Vertiefung eine gute Vorbereitung für ein breites Spektrum an Aufgaben.

„Advanced financial Management in International Business“ ist die dritte Spezialisierung. Dabei geht es um die Finanzierung im engere Sinn. „Hier gibt es zwei wichtige Schwerpunkte: Auch Finanzmärkte und Finanzierungsformen haben sich grundlegend durch die Digitalisierung verändert. Beispiel Croudsourcing oder Croudfunding, das ist nichts Exotisches, die Waldviertler Schuhe haben das vor Langem schon begonnen, das war am Anfang hochgradig illegal, die mussten das anpassen, wegen rechtlicher Einschränkungen“, schildert Michael Bartz.

Mittlerweile gibt es aber Regelungen, die die verschiedensten Finanzierungsmodelle zulassen. „Genau dort docke ich heute an, ich gehe nicht immer klassischer Weise zu einer Bank, sondern ich gehe zu einer Bank oder zu alternativen Investoren, Start-up Investoren – das ist auch eine neue Szene oder ich nutze Onlineplattformen, das sind neue Finanzierungsinstrumente und genau das schauen wir uns sehr genau an in dieser Vertiefung, damit mit diesen Instrumenten mühelos umgegangen werden kann“, führt Bartz seine Erklärungen aus. Auch der Aspekt, wie ein Unternehmen nach außen hin – aus finanzieller Sicht – dargestellt werden muss, um für Investoren attraktiv zu sein ist Thema in der Spezialisierung. „Da muss man als Unternehmen, Managerin und Manager, Mitarbeiterin und Mitarbeiter, CFO – das ist eine klare berufliche Perspektiv -  an den richtigen Schrauben drehen um 'die Braut hübsch zu machen', genau diese Perspektive gilt es hier auch zu erlernen“, so Bartz. Diese Sichtweise ausgehend von der Außensicht ist neu und speziell. Die berufliche Perspektive dieser Spezialisierung sind eher im Controlling und im Finanzmanagement angesiedelt. Auch eine Position als CFO (Chief Financial Officer) oder Führungskraft mit Finanzschwerpunkt kommt in Frage.

Arbeitsplatz der Zukunft

Unternehmen verändern sich rasant, die Arbeitsweisen, gerade bei Bürojobs, aber nicht nur, auch in der Produktion verändern sich Tätigkeiten sehr grundlegen, einer der Hauptreiber dieser Veränderung ist die Digitalisierung. Mit einem Notebook, einem Smartphone, einem Tablet lässt sich so ziemlich alles von überall her erledigen. Es gibt fast keine Grenzen mehr. „Auch im Job ist das so, wollte ich in den 90er-Jahren eine Nachricht schnell verschicken, musste ich mir ein Faxgerät suchen. Heute habe ich mein Smartphone, Hauptsache ich habe Netz, dann kann ich eine Nachricht durch zig Kanäle verschicken, ich kann chatten, ich kann e-mailen, ich kann telefonieren, ich kann eine Videokonferenz durchführen – alles“, erklärt New World of Work Experte Michael Bartz. Die Konsequenzen in der Unternehmensorganisation sind mobiles Arbeiten, Homeoffices und Shared Desks. Die Orte und die Art des Arbeitens verändern sich.

Flexibilisierung, Digitalisierung, Internationalisierung – diese drei Säulen führen dazu, dass die Anforderungen in der New World of Work steigen.

Interesse am Studium?

Die Bewerbung für den Masterstudiengang International Business and Export Management ist noch bis 15. Juli möglich.

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