Tipp von IMC FH Krems Professor Reinhard Klein: „Sammelt möglichst viel Erfahrung“

Reinhard Klein wurde im April zum Professor (FH) ernannt. Er forscht an der IMC FH Krems aktuell zu „In vivo RNA interference strategies against adenoviruses“, ein mit 420.000 Euro dotiertes Forschungsprojekt. Wir haben ihn zum Gespräch gebeten – über den Forschungsstandort Krems, sein aktuelles Projekt und die wichtigsten Empfehlungen für Studierende.

Priv. Doz. Dr. Reinhard Klein wurde im April zum Professor (FH) ernannt. Im Interview hat er uns über seine neuesten Forschungsprojekte erzählt.

Wir gratulieren herzlich zur Ernennung, Herr Professor! Welche Fähigkeiten muss ein guter Lehrender Ihrer Meinung nach mitbringen?

Reinhard Klein: Als Lehrender muss man natürlich gute didaktische Fähigkeiten mitbringen und gewillt sein, diese auch zu verbessern. Es gilt, die Unmenge an Detailinformation, die es zu jedem einzelnen Wissensgebiet gibt, auf die zentralen Punkte herunterzubrechen. Neben diesen Aspekten muss man auch Trends erkennen können: In welche Richtung entwickelt sich ein Forschungsgebiet? Nur so kann man Studierenden auch die Punkte näherzubringen, die in der Zukunft wichtig sein werden.

Können Sie uns kurz erzählen, woran Sie aktuell an der IMC FH Krems forschen?

Reinhard Klein: Wir beschäftigen uns mit humanen Adenoviren. Die sind für Personen mit intaktem Immunsystem meistens harmlos, können aber für Patienten mit geschwächtem oder unterdrücktem Immunsystem gefährlich und sogar tödlich werden. Darunter fallen beispielsweise bestimmte Leukämiepatienten, die Transplantationen von Knochenmarksstammzellen erhalten. Die Therapie-Optionen für eine systemische Infektion mit Adenoviren sind leider immer noch unzureichend. Daher forschen wir an neuartigen Konzepten, wie Adenoviren auf molekularer Basis möglicherweise inhibiert werden könnten.
Gleichzeitig versuchen wir zu verstehen, welche humanen Gene einer infizierten Zelle essentiell für die Virusvermehrung sind, da diese ebenfalls Angriffspunkte für eine Therapie darstellen könnten.

Wie empfinden Sie den Forschungsstandort Krems?

Reinhard Klein: Der Standort ist ständig am Wachsen. Das lässt hoffen, dass in Zukunft eine kritische Masse an Forschern und Wissen und Expertise entsteht, die zu Synergie-Effekten durch die Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen führen wird. Gleichzeitig sollte sich der Standort verstärkt öffnen und Kooperationen mit anderen nationalen und vor alle internationalen Institutionen suchen und eingehen. Eine Zusammenarbeit auf lokaler Ebene ist natürlich wünschenswert, aber die Globalisierung ist in den Wissenschaften schon sehr lange Zeit Realität und derartige Kooperationen können zu Resultaten führen, die auf lokaler oder nationaler Ebene unter Umständen nicht möglich wären.

Welche Empfehlungen geben Sie Ihren Studierenden mit?

Reinhard Klein: Sie sollen die Gelegenheit nutzen, hier einen Überblick über verschiedene Wissensgebiete und Tätigkeitsfelder zu erhalten, um dann für sich selber herauszufinden, welche Richtung persönlich am interessantesten erscheint. Es ist gut, möglichst frühzeitig viele Kontakte zu anderen universitären Einrichtungen und Firmen zu suchen, beispielsweise in Form von Praktika, um möglichst vielfältige Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln – da bietet das Studium hier viele Möglichkeiten. Dabei sollte man auch von der Möglichkeit Gebrauch machen, im Ausland Erfahrung zu sammeln.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Reinhard Klein: Wir wollen hier an der IMC FH Krems Expertise im Bereich der Infektiologie generieren, da Infektionserkrankungen neben Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache darstellen. Dazu wird im Moment ein Team an Projektmitarbeitern aufgebaut, das die entsprechende Expertise generieren soll. Das soll nicht nur die Umsetzung der schon erwähnten Projekte ermöglichen, sondern es soll generell Know-how geschaffen werden, um mit anderen Hochschulen und Firmen Kooperationen einzugehen.

Priv. Doz. Dr. Reinhard Klein ist seit 2014 Lehrender im Studiengang Medical and Pharmaceutical Biotechnology an der IMC FH Krems. 

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