Ethik aus verschiedensten Blickwinkeln bei der IMC Health Week

Sehr breit gefächert war die Themenpalette der Vorträge am vierten Tag der Health Week. Und doch gab es ein verbindendes Thema: Ethik.

Die Fachvorträge setzten sich mit dem Thema Ethik aus verschiedenen Blickwinkel auseinandern.

Im Laufe des Tages fanden Falldarstellungen im interdisziplinären Kontext statt, wo Professorinnen und Professoren des Department Health Sciences einen Patienten/innenfall aus Sicht der eigenen Berufsrolle diskutierten. Anschließend haben die Studierenden der einzelnen Studiengänge „ihren“ Fall in Kleingruppen besprochen. Am Abend fanden dann Fachvorträge, die sich ebenfalls mit dem Thema Ethik in verschiedenen Kontexten auseinandersetzten statt.

Patienten als Partner, Ethik in der Forschung und Bruttonationalglück

„Wenn Forscher, Ärzte, pharmazeutische Industrie und Behörden an einem Tisch sitzen, dann fehlt jemand: die Patienten“, so Ing. Claas Röhl. Er plädierte für einen Kurswechsel in der Forschung, die endlich die Patienten als Partner sehen müsse. Patienten könnten als „Co-Forscher“ sogar zu treibenden Kraft werden. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass Patienten bzw. Patienten-Expertinnen sich ihrer Rolle im Forschungsprozess bewusst sind bzw. auch dafür sensibilisiert und ausgebildet werden. Das geschieht in der Europäischen Patientenakademie EUPATI. Als betroffener Angehöriger berichtete Röhl über seine Erfahrungen und sein Engagement, das unter anderem zur Gründung einer Kinderklinik für Patienten mit Neurofibromatose führte.

Auch die ethische Vertretbarkeit von Forschungsprojekte war Thema. In Niederösterreich werden diese von der Ethikkommission am Amt der NÖ Landesregierung überprüft. Mag. Robert Bruckner ist dort als Jurist tätig und gab einen Überblick über die Tätigkeit der Kommission und den Ablauf von Verfahren. Zuständig ist die Kommission auf jeden Fall, wenn es um die Prüfung von Arzneimitteln, Medizinprodukte und neue medizinische Methoden geht. Dazu braucht es ein positives Votum der Ethikkommission. Ihre Mitglieder sind nicht ausschließlich Juristen oder Mediziner, sondern kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Auch Laien sind darunter. Bestellt werden sie für jeweils 5 Jahre und sind weisungsfrei und unabhängig. Sie beurteilen rund 1500 Verfahren pro Jahr.

„Gross national happiness is more important than gross national product“ – dieses offizielle Bekenntnis der Königreichs Bhutan hat international für Aufsehen gesorgt. Was es damit auf sich hat, berichtete Frau Kunzang Wangmo, General Manager von Terma Linca Resort und Spa in einem sehr emotionalen Vortrag. Das Bruttonationalglück wurde bereits 2008 in der Verfassung verankert und schlägt sich in vielen konkreten Zielen nieder. Kulturelle Diversität und die Verpflichtung gegenüber der Umwelt zählen genauso dazu wie zum Beispiel das Prinzip, dass jeder ein Dach über dem Kopf haben soll und zu genug Schlaf kommen muss. Eine ursprüngliche „planning commission“ wurde in „GN happiness commission“ umfunktioniert und wacht über die Einhaltung der Prinzipien und Ziele. Initiiert hat Bhutan auch den „International Happiness Day“, der seit 2013 an jedem 20. März gefeiert wird.

Die besten Bilder der IMC Health Week

 

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