Die erste IMC Health Week startete am 6. November unter dem Motto „Health for all“

Am ersten Tag der IMC Health Week diskutierten die Expertinnen und Experten am Campus der IMC FH Krems unter anderem über die Themen Digitalisierung, Big Data und Datenschutz im Gesundheitswesen, bevor die 1. IMC Health Week offiziell eröffnet wurde.

Die IMC Health Week stand unter dem Motto "Health for all". Am ersten Tag lag der Schwerpunkt auf dem Thema "Digitalisierung".

Nach einleitenden Worten von Mag. Dr. Bettina Maderner MA BEd.Ing. referierte Mag. (FH) Iris Wanner zum Thema digitale Mündigkeit. Ihrer Meinung nach brauche die digitale Welt Verantwortung, auch im Gesundheitsbereich. Der ‚digitale Patient‘ wurde angesprochen und „Mündigkeit setzt Übung voraus“, so Wanner. Von einer Gesellschaft 4.0, mit datensouveränen, mündigen Bürgern wäre man jedoch weit entfernt: In der Realität könnten die Patientinnen und Patienten nicht selbstständig entscheiden und Krankenkassen setzten sich über Patientinnen und Patienten hinweg. Es ging dabei auch um „Health 2.0“ und „digitales Ökosystem“. Wanner betonte außerdem den nötigen Kulturwandel, den das Gesundheitswesen bräuchte, hin zu einer Umgebung, in der Arzt und Patient gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Interaktive Technologien im Gesundheitswesen

FH-Prof. Priv.-Doz. Dipl.Ing. Dr. Wolfgang Aigner und Mag. (FH) Dr. phil. Manfred Pferzinger referierten zu den Themen interaktive Technologien und Patient Centered Design.Big Data könne nur durch Visualisierung verstanden werden, wichtig seien die Informationen für Ärzte und die Kommunikation, die zwischen Arzt und Patient stattfände, so Aigner. Er betonte die Wichtigkeit der Interdisziplinarität in Projekten wie der Entwicklung von Apps und anderer interaktiver Health-Applikationen. Darüber hinaus plädierte er für interaktive Spiele, die beispielsweise am Tablet genutzt werden können „um die soziale Einbindung sozial isolierte, ältere Menschen zu verbessern“. Manfred Pferzinger brachte die Perspektive des Wirtschafters, am Beispiel eines Inkubators (Brutkasten), welcher eigens für Entwicklungsländer designet wurde. Er sprach über „Service Design Thinking“ und dass auch hier Interdisziplinarität unabdingbar sei.

Wie aus Big Data Informationen werden

„Tools sollen den Patienten in dem unterstützen, was er WIRKLICH braucht“ erklärte Mag. Dr. Klaus Schuster von der Firma Roche. Real World Data sei eine der zahlreichen neuen Technologien, die von Unternehmen genutzt werden, um Gesundheitsdaten in Echtzeit zu analysieren und Informationen aus diesen zu generieren. Die Vielzahl individueller Daten sieht Schuster als Chance, Gesellschaften helfen zu können, mehr über Krankheiten zu erfahren. Von Auffälligkeiten könne so, im besten Fall, auf Kausalitäten geschlossen werden. Dem einzelnen Patienten helfe dies insofern, dass durch tausende ähnliche Krankheitsfälle Verläufe besser beobachtet und genauere Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

Bei Big Data gehe es nicht nur um neue Daten per se, sondern vor allem auch darum, es möglich zu machen, mehr Verbindungen zwischen den Daten zu erkennen, so Michaela Makivic von T-Systems. „Big Data kann uns unterstützen, diesem Erfahrungswert (des Arztes) eine neue Macht zu geben.“ Digitalisierung im Gesundheitswesen brauche es, um die Gesundheitskompetenz, gesunde Bewegung und den sozialen Zusammenhalt zu steigern. DI Franz Fröhlich brachte in seiner Rede dar, dass es laut Gartner Research in den nächsten Jahren 4,4 Millionen neue Jobs im Bereich Data Science weltweit brauchen wird.

Datensicherheit und ELGA – eine harte Nuss

Mag. Franz Fahrngruber und Mag. Dr. Stefan Sabutsch sprachen über die Wichtigkeit von Datenschutz, sowie die elektronische Gesundheitsakte ELGA. Die Plattform für den Datenaustausch gesundheitsrelevanter Daten wurde in Österreich mit €60 Millionen unterstützt. Laut Sabutsch hätte sich die Investition nach nur einem Jahr amortisiert, wenn nur 30% mittels E-Medikation verbessert werden würde. Dies bedeute spezifischere und treffsicherere Medikation und, schlussendlich, eine gesündere Gesellschaft.

Health Dialogue – Die Eröffnung der ersten IMC Health Week

Prof. (FH) Dr. Karl Ennsfellner skizzierte das Programm der ersten Health Week an der IMC FH Krems. In Vertretung von Bürgermeister Dr. Reinhard Resch betonte Stadtrat DI Dr. Wolfgang Chaloupek das Motto „Think big, start small“ und zeigt sich von der Erfolgsgeschichte der IMC FH Krems beeindruckt. Der Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag Josef Edlinger sprach von der steigenden Lebenserwartung und, dass die Forschung dafür zuständig sei, der Forderung nach „mehr“ gerecht zu werden, in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt.

Die Hauptorganisatorin und Institutsleiterin Mag. Dr. Bettina Maderner MA BEd.Ing. betonte das Motto „Health for All – ein Wunsch den wir haben, ein Schlagwort, ein Ziel. Ja, in jedem Fall!“ und sprach sich für eine offene Diskussion aus.

Der gläserne Patient – vom Wunschdenken zum Schreckgespenst

Die Podiumsdiskussion, an der Wolfgang Aigner, Franz Fahrngruber, Franz Fröhlich, Manfred Pferzinger, Stefan Sabutsch und Klaus Schuster teilnahmen, richtete sich zum einen an die Ängste der Menschen: Natürlich sei es verständlich, dass es Ängste in punkto Digitalisierung des Gesundheitswesens gäbe, schließlich seien die medizinischen Daten als hochsensibel klassifiziert, jedoch seien manche Ängste nicht rational argumentierbar. Sabutsch von ELGA meinte: „Das zentrale System ist sicher, wenn die Daten herausgezogen werden sind sie angreifbar.“

Die besten Bilder der IMC Health Week

zurück zur Übersicht

Share