Chemische Fachkräfte werden ab Herbst 2018 in Krems ausgebildet: Bachelor-Studiengang „Applied Chemistry“ neu an der IMC FH Krems

Bedingt durch den rasanten technologischen Fortschritt werden an Fachkräfte der modernen chemischen Industrie 4.0 zusätzliche Anforderungen gestellt. Neben dem essentiellen fundierten chemischen Wissen werden aufgrund des höheren Einsatzes vernetzter IT-Systeme Kompetenzen im Bereich der Prozessanalyse und des Prozessmanagements erwartet. Chemometrie und die damit verbundene computerunterstützte Auswertung großer Datenmengen (big data analysis) nimmt bei der Qualitätssicherung und bei der Online-Prozessoptimierung eine Schlüsselposition ein (online analytics). In der Pharmaindustrie sind, neben der Wirkstoffsynthese, in silico Untersuchungen und Molecular Modeling Voraussetzungen für ein effizientes Wirkstoffdesign.

Die Bewerbung für den neuen Studiengnag "Applied Chemistry" ist ab Dezember möglich.

Der englischsprachige Bachelor-Studiengang „Applied Chemistry*“ (Vollzeit) ist die direkte Antwort auf dieses veränderte Anforderungsprofil an chemische Fachkräfte, die den neuen Forderungen der Industrie durch eine praxisbezogene Ausbildung gerecht werden. Durch die Verknüpfung chemischer Fachgebiete mit computerbasierten Methoden werden jene Kompetenzen vermittelt, die von Seiten der Industrie zukünftig immer stärker gefordert werden.

„Wir haben gehäuft die Rückmeldungen aus der chemischen Industrie erhalten, dass Chemiker mit genau jenem Anforderungsprofil gefragt sind, wie sie jetzt in Krems ausgebildet werden. Der Mix aus Theorie und praktischen Fähigkeiten spricht für gerade diese Ausbildung. Es freut mich, dass wir unser Angebot hier in Krems im Bereich Life Science ausbauen können“, so IMC FH Krems Geschäftsführerin Mag. Ulrike Prommer zum neuen englischsprachigen Bachelor-Studiengang.

NÖ Landesregierung beschließt Anschubfinanzierung

Aufgrund eines Beschlusses der NÖ Landesregierung werden künftig Anschubmittel von rund 2,4 Millionen Euro für den neuen Studiengang „Applied Chemistry“ der IMC Fachhochschule Krems zur Verfügung gestellt. „Wir benötigen in Niederösterreich und speziell im Raum Krems dringend qualifizierte Fachkräfte, die sowohl über ein fundiertes chemisches und praktisch bzw. angewandtes Wissen verfügen als auch mit modernen computerunterstützten Arbeitsmethoden, Prozessanalysen und digitalen Verfahren – Stichwort Industrie 4.0 – vertraut sind. Gerade die chemische Industrie mit den angrenzenden Wirtschaftsbereichen ist in Krems stark präsent und muss nachhaltig abgesichert werden“, erläutert Bildungs-Landesrätin Mag.Barbara Schwarz die Hintergründe für die beschlossene Anschubfinanzierung.

Studieninhalte und Wahlmodule

Die Studierenden erhalten eine fundierte Ausbildung in den Basisfächern der Chemie (Allgemeine, Analytische, Anorganische, Organische, Physikalische Chemie und Biochemie), den angrenzenden Disziplinen (Mathematik, Informatik, Statistik, Physik) sowie in der chemischen Verfahrenstechnik. Dazu kommt eine fundierte praktische Ausbildung im Labor inklusive der instrumentellen Analytik. Der verstärkte Fokus auf die synthetisch-präparative Ausbildung in direkter Kombination mit modernen Analysemethoden, chemischen Datenbanken und Softwaretools setzt den Grundstein für synthetische Aufgabenbereiche (Wirkstoffsynthese im Pharmabereich; Synthese von Materialien im Polymer- und Werkstoffbereich) und analytische Fragestellungen (Qualitätssicherung; Aufgaben im Umwelt- und pharmazeutischen Bereich und bei Behörden).

Zudem gibt es am Studienende die Möglichkeit zwischen zwei Modulen zu wählen: „Instrumental Analysis and Chemometrics“ vertieft die Kompetenz im instrumentell analytischen Bereich, der statistischen Auswertung von Messergebnissen, der multidimensionalen Datenanalyse und Versuchsplanung und bereitet die Studierenden auf Problemstellungen im Berufsalltag von Produktsicherheit, Umweltanalytik, pharmazeutischer und forensischer Analytik sowie Polymeranalytik vor.

„Organic and Pharmaceutical Chemistry“ vermittelt Kenntnisse im Bereich der computergesteuerten Simulation von Reaktionen und chemischen Prozessen und der organischen und pharmazeutischen Chemie. Der Einsatz spezieller Software ermöglicht Einblicke in die Prozessplanung und -optimierung. Derartige Kenntnisse sind vor allem für die Pharmaindustrie von Bedeutung und sind für die Produktion von Feinchemikalien von großer Wichtigkeit.

Soft Skills, Grundlagen von Chemikalienrecht, Prozessmanagement sowie betriebswirtschaftliche Grundbegriffe runden das Curriculum ab.

Vielfältige Zukunftsaussichten

Den Absolventen und Absolventinnen des Studiengangs „Applied Chemistry“ stehen vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten offen. So können sie beispielsweise Prozessdaten und große Datenmengen aus der Analytik generieren, visualisieren und interpretieren und daraus chemometrische Modelle entwickle, im Bereich der computerbasierten Prozesssteuerung und –modellierung arbeiten, auf Grund der verfahrenstechnischen Erfahrung Scale-Up Prozesse durchführen, Analysetätigkeiten in Laboren sowie in forensischen/kriminaltechnischen bzw. pharmazeutischen Instituten durchführen, Wirkstoffe in der Pharmaindustrie synthetisieren und Grundstoffe für die Polymerproduktion und das Design intelligenter Werkstoffe herstellen oder Herstell- und Prüfverfahren zur Sicherstellung der Produktqualität entwickeln.
Der in englischer Sprache geführte Studiengang bereitet die Studierenden bestens für den nationalen und internationalen Arbeitsmarkt vor. Die Studierenden schließen ihr Studium mit einem „Bachelor of Science in Engineering“ ab.

Bachelor-Studiengang Applied Chemistry

  • Bachelor
  • 6 Semester
  • Vollzeit
  • Sprache: Englisch

Die Bewerbung für den neuen Studiengang ist ab Dezember 2017 möglich.

* Vorbehaltlich der Genehmigung der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria

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